Glencore übernimmt Xstrata: Rohstoffe - EU gibt grünes Licht für Mega-Fusion

Glencore übernimmt Xstrata: Rohstoffe - EU gibt grünes Licht für Mega-Fusion

Der Rohstoffhändler Glencore hat für den Zusammenschluss mit dem Bergbaukonzern Xstrata zu einem der größten Rohstoffkonzerne der Welt grünes Licht aus Brüssel bekommen. Die EU-Wettbewerbshüter stimmten der Fusion zu - allerdings unter Auflagen, wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte.

Im Gegenzug muss Glencore seine Zusammenarbeit mit dem weltgrößten Zinkproduzenten Nyrstar in Europa aufgeben. Sonst hätte der neue Zusammenschluss zu viel Macht auf dem Markt für Zink gewonnen, mit möglicherweise starken Preisanstiegen als Folge, argumentierte die EU-Kommission. Bereits heute sei Xstrata der weltweit fünftgrößte Metall- und Bergbaukonzern, während Glencore Marktführer beim Handel mit mehreren Metallen sowie mit Kraftwerkskohle sei.

Die Aktionäre der beiden Konzerne mit einem gemeinsamen Börsenwert von rund 90 Milliarden Dollar hatten der Fusion am Dienstag zugestimmt. Mit "Glencore Xstrata International plc" soll der weltweit erste voll integrierte Rohstoffriese entstehen, bei dem die gesamte Wertschöpfungskette vom Abbau über den Handel bis zur Lagerung und dem Transport unter einem Firmendach konzentriert ist.
Auch der fusionierte Konzern soll seinen Hauptsitz im Schweizer Kanton Zug haben.

Nach Berechnungen der Deutschen Rohstoffagentur DERA ist der neue Konzern der fünftgrößte der Branche - hinter der brasilianischen Vale, der australischen BHP Billiton und den britisch-australischen sowie britisch-südafrikanischen Rio Tinto und Anglo American. Nach der EU brauchen Glencore und Xstrata aber auch noch die Zustimmung von Kartellwächtern in anderen Ländern. Darunter China, das der größte Abnehmer für Rohstoffe ist, sowie Südafrika.

  • Milliarden-Deal der Rohstoff-Giganten : Glencore-Aktionäre segnen Xstrata-Fusion ab

Glencore hatte schon Wochen vor der Abstimmung der Aktionäre Verhandlungen mit EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia aufgenommen und dabei offenkundig wichtige Bedenken gegen die Übernahme ausräumen können. Den Vorschlag, die Geschäftsbeziehungen zum Zinkhersteller Nyrstar aufzugeben, soll Glencore selbst unterbreitet haben.

Bislang hat Glencore die gesamte Produktionsmenge an Zink von Nyrstar abgenommen und weiterverkauft - rund 350 000 Tonnen, was etwa 15 Prozent des Jahresverbrauchs in Europa abdeckt. Zudem ist Glencore mit knapp 8 Prozent an dem schweizerisch-belgischen Unternehmen beteiligt. Die Anteile, die derzeit knapp 70 Millionen US-Dollar Wert sind, muss Glencore nun verkaufen.

(dpa)
Mehr von RP ONLINE