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Nordmilch geht mit Humana zusammen: Riesenfusion in deutscher Milchbranche

Nordmilch geht mit Humana zusammen : Riesenfusion in deutscher Milchbranche

Bremen (RPO). Elefantenhochzeit in der Milchbranche: Die beiden Riesen der deutschen Molkereibranche schließen sich zusammen. Zum Januar 2011 wollen Deutschlands größter Milchkonzern Nordmilch AG aus Bremen und die Humana Milchindustrie GmbH aus dem Münsterland, die derzeit auf Platz 2 rangiert, fusionieren.

Das neue Unternehmen wird mit 5000 Mitarbeitern eine Milchmenge von 6,7 Millionen Tonnen verarbeiten, sagte Nordmilch-Vorstandschef Josef Schwaiger am Montag. Der gemeinsame Umsatz soll vier Milliarden Euro erreichen.

Nordmilch und Humana wollen mit dem Schritt langfristig im internationalen Wettbewerb besser bestehen zu können. Der künftige Name und der Sitz des Unternehmens stehen noch nicht fest, sagte Schwaiger. Die Fusion soll Investitionskosten, Forschungs- und Personalkosten in der Verwaltung sparen. Unklar sei noch, ob und wie viel Personal abgebaut werde. Werksschließungen seien in den kommenden zwei Jahren nicht geplant. Nordmilch ist mit den Marken Milram und Oldenburger am Markt. Humana stellt viel Kindernahrung her, besitzt aber auch zahlreiche kleinere Marken.

Gewinn gestiegen

Die Verbraucher müssen sich nach den Worten von Schwaiger auf weiter steigende Preise für Butter, Käse und andere Milchprodukte einstellen. Nach dem Preiseinbruch von 2009 wegen eines Überangebots an Milch und der Verunsicherung der Verbraucher durch die Wirtschaftskrise hätten die Preise für Milch an die Bauern schon wieder um etwa 20 Prozent auf 26,69 Cent angezogen, sagte der Nordmilch-Chef bei Vorstellung der Bilanz für das Jahr 2009. "Es ist notwendig, steigende, aber auch stabile Preise zu haben, weil die Milchproduzenten in den letzten Jahren ganz deutlich unter den Herstellungskosten produzierten mussten", betonte er. Die Milcherzeuger hätten einen Aufholbedarf.

Die Großmolkerei aber ist gut durch die Zeit der niedrigen Preise gekommen. So stieg der Konzerngewinn gegenüber dem Vorjahr um 10 Millionen Euro auf 29 Millionen Euro. Der Umsatz fiel dagegen wegen der Preisschwäche um rund 660 Millionen Euro auf 1,86 Milliarden Euro.

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(apd/felt)