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Renault: Französische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Autobauer

Manipulierte Abgaswerte : Französische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Renault

Französische Amtsrichter haben Ermittlungen gegen Renault eingeleitet – der Autobauer steht wegen des Betruges bei Abgaswerten unter Verdacht. Untersucht wird, ob die Werte falsch angegeben wurden und ob der Handel mit den Autos gesundheitsgefährdend ist.

Französische Amtsrichter haben Ermittlungen gegen Renault eingeleitet — der Autobauer steht wegen des Betruges bei Abgaswerten unter Verdacht. Untersucht wird, ob die Werte falsch angegeben wurden und ob der Handel mit den Autos gesundheitsgefährdend ist.

Das teilte die Pariser Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Renault wies den Vorwurf der bewussten Täuschung zurück und versicherte, sich an französische und europäische Vorgaben gehalten zu haben. Die Aktie des Autobauers stürzte am Freitag nach Bekanntwerden der Ermittlungen teilweise ab.

Renault erklärte, man nehme die Ermittlungen zur Kenntnis, betonte aber, dass "die Fahrzeuge nicht mit einer Software ausgestattet waren, die das Anti-Abgas-System beeinflusst". Das Unternehmen unterstütze eine strengere Überwachung von Abgaswerten. Der Autobauer werde trotz des VW-Abgasskandals weiterhin Diesel-Technologie entwickeln, vor allem für Gelände- und Luxuswagen, erklärte der Vorstandschef von Renault-Nissan, Carlos Ghosn.

Die Ermittlungen basieren auf Untersuchungen der Betrugsabteilung des französischen Wirtschaftsministeriums, das seine Ergebnisse bereits im November der Staatsanwaltschaft übergeben hatte.

Im Zuge des VW-Abgasskandals hatte das französische Umweltministerium auch die Abgaswerte von Renault überprüft, was zum Rückruf von rund 15.000 Autos im vergangenen Jahr führte. Die französische Justiz überprüft derzeit auch den deutschen Autobauer Volkswagen, nachdem bekannt wurde, dass VW Abgaswerte mit einer Schummelsoftware geschönt hatte.

(isw/ap)