1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

Schweizer Bank: Razzien bei deutschen Kunden der UBS

Schweizer Bank : Razzien bei deutschen Kunden der UBS

Steuerfahnder haben am Montag bundesweit Firmen und Privathäuser von deutschen Kunden der Schweizer Großbank UBS durchsucht. Betroffen seien mehrere hundert Verdächtige, die Steuern hinterzogen haben könnten, sagte der Bochumer Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek am Montag.

Nach dem Ankauf einer Steuer-CD durch das Land Nordrhein-Westfalen sind Fahnder am Montag mit einer bundesweiten Großrazzia gegen mutmaßliche Steuerhinterzieher vorgegangen. Es handele sich um eine erste Aktion, die Ermittlungen richteten sich gegen mehrere hundert Verdächtige in Deutschland, sagte ein Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft.

Grundlage der Ermittlungen sei ein von den Behörden gekaufter Datenträger mit Informationen zu Kunden der Schweizer Großbank UBS. An der bundesweiten Razzia seien mehrere Staatsanwälte und rund 50 Steuerfahnder beteiligt. Einzelheiten nannte er nicht.

Nach Angaben des Düsseldorfer Finanzministeriums von Ende September kaufte Nordrhein-Westfalen bisher sechs sogenannte Steuer-CDs mit Angaben zu 7000 deutschen Anlegern. Die Auswertung sei noch nicht abgeschlossen. Bereits jetzt hätten der Bund und die Länder dadurch aber Steuern von drei Milliarden Euro eingenommen, 2,5 Milliarden Euro durch Selbstanzeigen von Steuersündern.

Der Ankauf von CDs mit Daten deutscher Steuersünder in der Schweiz ist seit Monaten umstritten. Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) verteidigte die Praxis wiederholt gegen Kritik aus der schwarz-gelben Bundesregierung, die ein Steuerabkommen mit der Schweiz schließen will. Die von SPD und Grünen regierten Länder wollen dieses im Bundesrat stoppen, weil es ihrer Meinung nach zu viele Schlupflöcher für deutsche Steuersünder vorsieht.

Die Schweizer Großbank UBS und ihre Kunden waren zuletzt in mehreren Ländern in das Visier von Steuerfahndern geraten. Wie im September bekannt wurde, zahlten die einem ehemaligen Banker umgerechnet 80,8 Millionen Euro, weil er die Behörden mit Daten zu Steuernsündern versorgt hatte. In Frankreich gingen Ermittler wegen des Verdachts der Verschleierung von Steuerhinterziehung gegen UBS vor.

Hier geht es zur Bilderstrecke: UBS-Händler Kweku Adoboli angeklagt

(lnw)