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Quartalszahlen bei Adidas: Nordamerika-Umsatz bricht ein

Schwache Quartalszahlen : Adidas-Aktie fällt auf Zwei-Jahres-Tief

Katerstimmung beim großen Sportartikelhersteller: Umsatzeinbrüche bei Adidas in Nordamerika und Asien haben im ersten Halbjahr Zuwächse in den übrigen Weltregionen zunichte gemacht. Der Aktienkurs fällt weiter.

Adidas hat mit seinen endgültigen Zahlen zum zweiten Quartal noch mehr Aktionäre vergrault. Die Aktien brachen um 4,4 Prozent auf 55,52 Euro ein und notierten damit so niedrig wie zuletzt Anfang Juli 2012. Zudem übernahmen sie im Dax die rote Laterne.

Ausgerechnet im nordamerikanischen Markt, wo der deutsche Sportausrüster zum Angriff auf Nike angesetzt hatte, verlor Adidas in Euro gerechnet 14 Prozent seiner Umsätze. In Asien außerhalb Chinas ging das Geschäft um sieben Prozent zurück, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Unter dem Strich sank der Konzernumsatz im Halbjahr in Euro um zwei Prozent auf knapp sieben Milliarden Euro.

Von einem boomenden Geschäft in Russland und anderen osteuropäischen Märkten profitierte Adidas kaum. Während die Erlöse in den europäischen Schwellenländern in örtlichen Währungen um 21 Prozent in die Höhe schossen, blieb nach dem Umtausch in Euro lediglich ein Plus von vier Prozent übrig. Besonders der Wertverlust des russischen Rubel macht dem Konzern zu schaffen. Die Russland-Krise und das schwache Golfgeschäft in den USA hatten Adidas die Freude nach der erfolgreichen Fußball-WM verdorben. Der Sportausrüster hatte bereits vor einer Woche eingestanden, die Probleme in beiden Ländern unterschätzt zu haben. Wie bereits im vergangenen Jahr hatte Vorstandschef Herbert Hainer wieder seine Umsatz- und Gewinnziele kassiert, nachdem im zweiten Quartal der Umsatz kaum zugelegt hatte und der Gewinn eingebrochen war. Was der Konzern gegen die Misere tun will, wird Hainer am Vormittag in einer Telefonkonferenz erläutern.

(REU)