Quartalszahlen: Agrargeschäft von Bayer schwächelt vor Monsanto-Übernahme

Quartalszahlen : Agrargeschäft von Bayer schwächelt vor Monsanto-Übernahme

Vor der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto muss Bayer Rückschläge in der Agrarchemiesparte und im Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln einstecken.

Im dritten Quartal stieg der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) insgesamt zwar um 4,1 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, wie der Pharma- und Chemiekonzern am Donnerstag mitteilte. Doch in der Agrarsparte schrumpfte der operative Gewinn um 3,5 Prozent, und bei den frei verkäuflichen Medikamenten ging er sogar um 16,5 Prozent zurück.

Dagegen brummt weiter das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten wie dem Gerinnungshemmer Xarelto. Das Leverkusener Unternehmen bekräftigte zudem seinen Plan, die Übernahme von Monsanto bis Anfang 2018 abschließen zu können.

"Das Geschäft mit unseren rezeptfreien Gesundheitsprodukten entwickelte sich erwartungsgemäß schwach", erklärte Konzernchef Werner Baumann. Vor allem in den USA lief es nicht rund. Dort brach beispielsweise der Umsatz mit dem Sonnenschutzmittel Coppertone um fast 45 Prozent ein, was Bayer auf einen anhaltend starken Wettbewerb im US-Markt zurückführte.

In der Agrarsparte konnte Bayer niedrigere Verkaufspreise und negative Währungseffekte nicht durch geringere Ausgaben für Herstellung, Marketing und Vertrieb ausgleichen. Wegen eines unerwartet schwachen Pflanzenschutzgeschäfts in Brasilien hatte sich Bayer von seinen ursprünglichen Umsatz- und Ergebniszielen für 2017 verabschieden müssen. Die neuen Vorgaben wurden nun bekräftigt. In Brasilien sieht Baumann seinen Konzern auf dem richtigen Weg. "Positiv ist, dass wir die Rückstellung für Produktrückgaben in Brasilien verringern konnten", sagte der Vorstandsvorsitzende. "Dies zeigt, dass unsere Maßnahmen zur Normalisierung der Situation in Brasilien greifen".

Bei Monsanto-Übernahme auf Kurs

Auch bei der geplanten 66 Milliarden Dollar schweren Monsanto-Übernahme sieht sich Bayer durch den vereinbarten Verkauf von Geschäften mit der Landwirtschaft an BASF auf Kurs. "Wir gehen mit dieser Vereinbarung aktiv auf mögliche Bedenken der Behörden im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von Monsanto ein", erläuterte Baumann. "Es ist aber kein Versuch, Entscheidungen der Regulierungsbehörden vorwegzunehmen." Der Gesamtumsatz stieg von Juli bis September um 1,2 Prozent auf 8,0 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem Ebitda von 2,12 Milliarden bei Umsätzen von 8,43 Milliarden Euro gerechnet. Das Konzernergebnis belief sich auf knapp 3,9 Milliarden Euro, wobei allein 2,8 Milliarden auf die Entkonsolidierung der Kunststofftochter Covestro zurückgehen.

(felt)