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Preiskampf: dm-Chef verteiigt Einkäufe bei der Konkurrenz

Preiskampf bei Drogerien : dm-Chef verteidigt Einkäufe bei der Konkurrenz

Erich Harsch, Chef von Deutschlands größter Drogeriemarkt-Kette dm, verteidigt die Schnäppchen-Einkäufe seiner Mitarbeiter bei der Konkurrenz.

Das Karlsruher Unternehmen ist in die Schlagzeilen gekommen, weil es durch seine Mitarbeiter Sonderangebote bei Wettbewerbern kaufen lässt, um sie in den eigenen Läden anzubieten. "Es sind die aggressiven Methoden der anderen, die uns zwingen, damit angemessen umzugehen", sagte dm-Chef Erich Harsch der Deutschen Presse-Agentur.

Die Konkurrenten setzten dem 1994 von dm eingeführten Dauerpreis eine "Lock- und Verführmechanik" entgegen - mit Angeboten, die teils unter dem Bezugspreis von dm liegen. "In solchen Fällen informieren wir unsere Filialen: Wenn Ihr günstig einkaufen wollt, da gibt es im Moment günstigere Angebote als in unserem Standardprozess. Die Filialen können dann frei entscheiden, ob und wie sie diese Information nutzen."

Auf das gesamte Sortiment betrachtet, wolle man der günstigste Anbieter von Drogeriewaren sein. "Ich glaube, dass letztendlich die Lockpreis-Strategie nicht so gut ankommt bei den Menschen. Wir bieten eine Preisgarantie über vier Monate und faire Preise - nicht nur für die Kunden, sondern auch für die Hersteller, etwa für Biobauern."

Das Unternehmen dm wächst seit Jahren kontinuierlich und verzeichnete 2016 in Deutschland rund 7,6 Milliarden Euro Umsatz. Im laufenden Geschäftsjahr peilt dm konzernweit einen Erlös von mehr als 10 Milliarden Euro an - das wäre eine Verdoppelung innerhalb von acht Jahren.

Die Drogeriemarktkette dm steht seit der Schlecker-Pleite 2012 an der Spitze der Branche in Deutschland. Die Karlsruher verzeichneten im Kalenderjahr 2016 mit 38 890 Mitarbeitern in 1850 Filialen bundesweit einen Umsatz von 7,6 Milliarden Euro. Größter Konkurrent ist Rossmann aus dem niedersächsischen Burgwedel, der in Deutschland rund 6,1 Milliarden Euro Umsatz macht mit 30 000 Mitarbeitern in 2055 Märkten. Klassische Drogeriemärkte sind außerdem Müller und Budnikowsky.

Im Ringen um Marktanteile haben es die Drogisten aber auch mit Discountern und Lebensmittel-Einzelhändlern zu tun: Nach wie vor werden mehr als die Hälfte aller Drogeriewaren nicht in Drogeriemärkten gekauft.

(maxk/dpa)