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WestLB-Nachfolgerin: Portigon baut bis 2016 2450 Stellen ab

WestLB-Nachfolgerin : Portigon baut bis 2016 2450 Stellen ab

Die WestLB-Nachfolgerin Portigon will in diesem Jahr insgesamt über 1000 Stellen abbauen und weitere 500 in eine Tochtergesellschaft ausgliedern, die Fremdkunden Dienstleistungen wie die Abwicklung vergifteter Wertpapier-Portfolios anbieten soll.

Die Portigon AG ging im Juli 2012 als Rechtsnachfolgerin aus der WestLB hervor, nachdem die EU die ehemalige NRW-Landesbank nach einer Reihe von Skandalen und Subventionen zu einer Zerschlagung gezwungen hatte. Nach EU-Vorgaben muss Portigon bis 2016 an einen Investor verkauft werden und vorher Personal abbauen.

Bankgeschäfte im engeren Sinn darf Portigon aus Wettbewerbsgründen nicht mehr anbieten. Deshalb sucht die Bank seit ihrer Gründung nach Kunden, denen sie ihre Erfahrung bei der Abwicklung maroder Wertpapierportfolios verkaufen kann. Einziger Kunde für das erhoffte künftige Portigon-Hauptgeschäft ist bislang die Erste Abwicklungsanstalt (EAA), die im Auftrag des Bundes die WestLB-Altlasten abwickelt.

Die Suche nach weiteren Kunden war bislang erfolglos. Beobachter halten die Chancen auf neue Kunden vor dem Hintergrund des anstehenden Verkaufs von Portigon an einen Investor auch für gering. Sollte Portigon dennoch neue Kunden gewinnen, könnte die auf dieses Geschäft spezialisierte Servicegesellschaft über die anfänglichen 500 weitere Mitarbeiter der Portigon AG übernehmen. Die Servicegesellschaft soll am 1. Juli als Teilbetrieb der Portigon AG gegründet werden.

600 Portigon-Mitarbeiter sollen im Laufe des Jahres Abfindungsangebote erhalten. Weitere 360 sollen zu einem neuen Arbeitgeber wechseln, der das IT-Geschäft von Portigon übernimmt. Der muss allerdings noch gefunden werden. Im kommenden Jahr soll die Zahl der Beschäftigten in der AG auf 620 sinken und im Jahr 2015 auf 240. Betriebsbedingte Kündigungen sind früheren Angaben zufolge nicht mehr ausgeschlossen.

Angesichts des forcierten Personalabbaus forderte FDP-Fraktionsvize Ralf Witzel von NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) gestern ein Konzept mit neuen Berufsperspektiven für die Betroffenen: "Luxusabfindungen oder Kündigungsklagen sollten nicht der Weg zur Reduzierung der Beschäftigtenzahl sein."

(tor)