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Sperrminorität angestrebt: Porsche will seinen VW-Anteil aufstocken

Sperrminorität angestrebt : Porsche will seinen VW-Anteil aufstocken

Stuttgart (rpo). Der Sportwagenbauer Porsche will seinen Anteil an Volkswagen von 21,2 auf 25,1 Prozent erhöhen. Damit hätte Porsche eine Sperrminorität. Experten rechnen damit, dass das Bundeskartellamt den Plänen zügig zustimmt.

Über den möglichen Zeitpunkt des Zukaufs machte ein Porsche-Sprecher keine Angaben. "Wir begrüßen das Engagement von Porsche" sagte ein VW-Sprecher in Wolfsburg. Für das Unternehmen sei eine stabile Aktionärsstruktur von großer Bedeutung. Nach der Anteilsaufstockung hätte Porsche eine Sperrminorität bei dem Wolfsburger Konzern. Damit will Porsche sich offenbar für den Wegfall des VW-Gesetzes wappnen. Ein Anteilseigner, der über die Sperrminorität verfügt, kann Satzungsänderungen und damit Fusionen oder Kapitalerhöhungen verhindern

Nach dem VW-Gesetz darf kein Aktionär des Konzerns mehr als 20 Prozent der Stimmen in der Hauptversammlung geltend machen, selbst wenn er über mehr Anteile verfügt. Damit und durch andere Regeln über die Besetzung des Aufsichtsrates ist VW praktisch gegen eine feindliche Übernahme geschützt. Die EU-Kommission sieht in dem Gesetz einen Verstoß gegen EU-Recht und hat Deutschland deshalb im Oktober 2004 vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg verklagt. Wann ein Urteil fällt, ist noch nicht absehbar.

Auch ohne die Ausübung der Option ist Porsche bereits größter Einzelaktionär bei den Wolfsburgern, noch vor dem Land Niedersachsen. Das Verhältnis mit Niedersachsen gilt nach anfänglichen Irritationen wieder als entspannt. Wenn die Aufstockung der Anteile vollzogen ist, hat Porsche sein Engagement in Wolfsburg insgesamt rund 3,5 Milliarden Euro gekostet.

Ein Porsche-Sprecher betonte in Stuttgart: "Wir unterstützen den Sanierungskurs bei Volkswagen." Der Vorstand um Markenchef Wolfgang Bernhard fordert von den 100.000 Mitarbeitern in Westdeutschland eine Verlängerung der Arbeitszeit von 28,8 auf 35 Stunden ohne Lohnausgleich. Dadurch würden mindestens 20.000 Stellen überflüssig.

(ap)