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Verkauf seines Sportwagengeschäfts: Porsche-Konzern nach VW-Deal schuldenfrei

Verkauf seines Sportwagengeschäfts : Porsche-Konzern nach VW-Deal schuldenfrei

Der Zusammenschluss des Sportwagengeschäfts mit VW hat der Porsche-Holding Milliarden in die Kasse gespült. Einen Großteil davon ist sie allerdings schon wieder los.

Der Porsche-Mutterkonzern hat nun auch in seinen Büchern einen Schlussstrich unter die verlustreiche Übernahmeschlacht mit VW gezogen. Der Verkauf des Porsche-Sportwagengeschäfts spülte 4,5 Milliarden Euro in die Kasse der Schwaben, wie die Porsche Automobil Holding SE (PSE) am Dienstag in Stuttgart mitteilte.

Ein Teil davon sei "zur vollständigen Tilgung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verwendet" worden. Der zuvor hoch verschuldete Konzern ist somit weitgehend schuldenfrei. VW hatte die Porsche AG zum 1. August komplett übernommen.

Durch den Komplettverkauf ergibt sich den Angaben zufolge im Konzernabschluss ein einmaliger positiver Ergebniseffekt von 4,75 Milliarden Euro. Bereits 2012 erwartet die PSE daher einen Gewinn "im hohen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich".

In den ersten neun Monaten hatte die Holding bereits gut verdient - nicht zuletzt wegen des Verkaufs der Porsche AG. Unter dem Strich blieben gut 7,42 Milliarden Euro - nach einem Minus von 462 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Der Porsche-Konzern profitiert durch den Verkauf aber nicht nur einmal: Die Holding lebt als Beteiligungsgesellschaft von den Dividenden ihrer Anteile an der VW AG - diese wiederum werden von der Porsche AG beflügelt.

Der Sportwagenbauer Porsche hatte in der vergangenen Woche glänzende Zahlen vorgelegt. Auch Volkswagen hatte zuvor eine stabile Bilanz für das dritte Jahresviertel ausgewiesen. Die Porsche SE ist mit 32,2 Prozent am Gesamtkapital der Volkswagen AG beteiligt.

Ganz vom Tisch ist der Übernahmekampf mit Volkswagen für Porsche damit aber noch nicht: Der Porsche-Konzern hat wegen der Übernahmeschlacht derzeit noch Milliardenklagen in den USA und am Landgericht Braunschweig am Hals. Damals hatte es massive Kursausschläge bei der Aktie des Konzerns gegeben. Anleger und Fonds machten nach eigenen Angaben hohe Verluste - und zogen vor Gericht.

Zudem muss sich Porsches früherer Finanzchef Holger Härter zusammen mit zwei seiner damaligen Führungskräfte wegen Kreditbetrugs vor Gericht verantworten. 2009 wollte Porsche nämlich seinerseits den viel größeren VW-Konzern schlucken - und verhob sich. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft haben Härter und seine Mitarbeiter eine Bank damals gezielt hinters Licht geführt. Gegen Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wird im Zusammenhang mit dem Wirtschaftskrimi noch ermittelt.

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(dpa)