Autobauer im Leitindex Börsenneuling Porsche AG saust in den Dax

München · 40 Unternehmen sind im Leitindex Dax vertreten. Dort zieht nun das dritte Unternehmen aus dem Volkswagen-Umfeld ein: der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche AG - gut zwei Monate nach dem Börsengang.

Das Logo von Porsche am Stammsitz des Autoherstellers in Stuttgart (Symbolbild).

Das Logo von Porsche am Stammsitz des Autoherstellers in Stuttgart (Symbolbild).

Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Die Aktie der Volkswagen-Tochter ersetzt dort zum 19. Dezember die Papiere des fränkischen Sportartikelkonzerns Puma, der in den Nebenwerteindex MDax absteigt, wie die Deutsche Börse am Montagabend mitteilte. Porsche ist an der Börse inzwischen gut 98 Milliarden Euro wert. Die Aktie hat seit dem trotz widriger Umstände erfolgreichen Börsengang fast 30 Prozent zugelegt.

„Wir freuen uns sehr über den schnellen, direkten Einstieg in den Dax“, sagte Finanzchef Lutz Meschke. „Unser Sprung in die Top 40 Deutschlands ist das Ergebnis unserer harten Arbeit der vergangenen Jahre.“ Die Porsche AG ist das dritte Unternehmen aus dem Volkswagen-Umfeld im Leitindex. Neben der Wolfsburger Muttergesellschaft ist dort auch deren Großaktionär erfasst: Die Porsche Automobil Holding SE, hinter der die Familien Porsche und Piech stehen. Mit BMW, Mercedes-Benz, Daimler Truck und dem Zulieferer Continental kommen künftig insgesamt sieben der 40 Dax-Werte aus der Autoindustrie.

Die VW-Tochter Porsche war erst Ende September inmitten turbulenter Zeiten an den Finanzmärkten an die Börse gegangen. Der Gang aufs Parkett war gemessen am Wert der Aktien der bedeutendste in Deutschland seit dem Börsengang der Deutschen Telekom 1996.

Porsche gehört zu 100 Prozent zu Volkswagen, hat seinen Sitz in Stuttgart-Zuffenhausen und beschäftigt etwa 37.000 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr lieferte Porsche mehr als 300.000 Fahrzeuge aus, der Gewinn betrug über fünf Milliarden Euro.

Die Deutsche Börse, die die Zusammensetzung im Dax turnusgemäß überprüft, meldete weitere Veränderungen in den Indizes. Neben dem Dax-Absteiger Puma ist auch die Leipziger Verbio Vereinigte Bioenergie neu im MDax. Der Hersteller von Biodiesel und Bioethanol profitiert vom Boom der Kraftstoffe aus nachwachsender Energie. Das bisher im Kleinwerteindex SDax geführte Unternehmen kommt auf einen Börsenwert von 4,6 Milliarden Euro. Für Puma und Verbio weichen müssen der schwäbische Batteriehersteller Varta, dessen Aktie in den vergangenen drei Monaten 54 Prozent ihres Wertes verloren hat und der an der Börse nur noch 1,18 Milliarden Euro wert ist, sowie die Deutsche Wohnen. Der Immobilienkonzern gehört zu 87 Prozent der Wohnungsgesellschaft Vonovia.

Im SDax gibt es auch zwei Aufsteiger. Der Dortmunder Chip-Entwickler Elmos Semiconductor hatte Schlagzeilen gemacht, weil ihm die Bundesregierung den Verkauf einer kleinen Produktionstochter nach China untersagt hatte. Die Aktie hat in den vergangenen drei Monaten um rund die Hälfte zugelegt und vor kurzem den höchsten Stand seit 21 Jahren erreicht. Der Glasfaser-Spezialist Adva Optical Networking, ist im SDax künftig praktisch doppelt vertreten. Dort ist bereits die US-Muttergesellschaft Adtran Holdings gelistet, die 65 Prozent an Adva hält.

Aus dem SDax absteigen müssen der Online-Modehändler About You, das Spezialpharmaunternehmen Medios und die Immobilienfirma Instone Real Estate.

Die Änderungen treten am Montag, 19. Dezember, in Kraft. Sie sind wichtig für Fonds, die Indizes nachbilden. Sie müssen dann entsprechend umschichten.

(peng/Reuters/dpa/AFP)