Düstere Experten-Prognose: "Opel in zehn Jahren am Ende"

Düstere Experten-Prognose : "Opel in zehn Jahren am Ende"

Düsseldorf (RP). Der Duisburger Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer glaubt nicht an eine Zukunft von Opel unter dem Dach von General Motors (GM). "GM ist ein Fass ohne Boden. In spätestens zehn Jahren wird es Opel nicht mehr geben", sagte Dudenhöffer unserer Redaktion.

Der US-Autokonzern GM, der von der US-Regierung mit 50 Milliarden Dollar Hilfskrediten vor einer Pleite gerettet werden konnte, werde sich mit Opel überheben, glaubt Dudenhöffer. Den künftigen Europa-Chef von GM, Nick Reilly (59), bewertet der Auto-Experte ebenfalls kritisch. Reilly werde die Marke Opel mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Abwärtsstrudel zurückbringen.

"Das Risiko, dass aus Kostengründen wieder Chevrolets und US-Autos unter der Marke Opel verkauft werden und dass die Qualität und Innovation leidet, ist sehr hoch, denn GM/Opel muss sparen."

Der bisher für das Asien-Geschäft zuständige Reilly, ein gebürtiger Brite, gilt als harter Sanierer. Vor knapp zehn Jahren schloss Reilly als Vorsitzender der GM-Tochter Vauxhall in Großbritannien das traditionsreiche Werk in Luton und musste sich dafür von den Angestellten als "Judas" beschimpfen lassen.

Kommende Woche reist GM-Chef Fritz Henderson nach Deutschland, um mit Opel-Geschäftsführung und Betriebsräten zu sprechen. Als sicher gilt, dass Bund und Länder Staatshilfen in Aussicht stellen werden. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) knüpfte erneute Finanzierungshilfen an den Erhalt des Bochumer Werks. Experte Dudenhöffer kritisiert das Engagement der Politik: "Die Ministerpräsidenten laufen mit dem Scheckbuch herum und können Opel dennoch nur eine kleine Atempause verschaffen."

Was GM mit Opel vorhat, ist bisher nur in Umrissen erkennbar. Ebenso wie der ausgebootete Zulieferer Magna will GM 10 000 von insgesamt 50 000 Stellen streichen und das Werk in Antwerpen schließen. Die Zukunft von Bochum und Eisenach ist ungewiss. In früheren GM-Sanierungsplänen galt das 1962 gebaute Ruhrgebiets-Werk als zu "kostenintensiv". Wahrscheinlich ist, dass ein erheblicher Stellenabbau durchgesetzt wird.

(RP)
Mehr von RP ONLINE