Opel: Ex-Opelaner hoffen auf Verlängerung der Transfergesellschaft

Drohende Arbeitslosigkeit : Ex-Opelaner hoffen auf Verlängerung der Transfergesellschaft

Von den 2614 Ex-Opelanern in Bochum sind bisher nur 900 in neue Jobs vermittelt worden. Rund tausend ehemaligen Opel-Mitarbeitern droht die Arbeitslosigkeit. Nun wird über eine mögliche Verlängerung der Transfergesellschaft verhandelt.

Als vor zwei Jahren in Bochum der letzte Zafira vom Band rollte, waren weit über 3000 Opelaner von der Werksschließung betroffen. 2614 wechselten damals in die Transfergesellschaft, weil es für sie bei Opel keine passenden Anschluss-Arbeitsplätze gab.

Doch wie geht es nun weiter? "Vertreter der IG Metall und der Adam Opel AG befassen sich zur Zeit mit der Fragestellung, ob und in welchem Umfang eine Regelung für ein weiteres Jahr Transfergesellschaft notwendig ist", bestätigte ein Opel-Sprecher gestern auf Anfrage entsprechende Informationen unserer Redaktion. Von den ursprünglich 2614 Ex-Opelanern, die nach der Schließung des Bochumer Werkes vor zwei Jahren in die Transfergesellschaft gewechselt waren, konnten bislang nämlich nur rund 900 in neue Jobs vermittelt werden. Weitere 700 sind inzwischen im Ruhestand. "Rund 1000 Ex-Opelaner haben wir noch nicht vermittelt", sagte gestern der Geschäftsführer der beauftragten Vermittlungsgesellschaft "TÜV Nord Transfer", Hermann Oecking, auf Anfrage.

Die Arbeit der "TÜV Nord Transfer" war auf zwei Jahre angelegt und endet für die meisten Ex-Opelaner zum Jahresende. Laut Oecking war die Vermittlungsquote bei den älteren Opelanern über 60 desaströs: "Da konnten wir so gut wie niemanden vermitteln." Bei den bis zu 34-jährigen Ex-Opelanern lag sie hingegen bei mehr als 70 Prozent. Das Durchschnittsalter der Transfer-Mitarbeiter beträgt 52 Jahre.

Mangende Mobilität bei vielen Betroffenen

Für 120 Ex-Opelaner arbeitet die Vermittlungsgesellschaft auch ohne offizielles Verlängerungsmandat noch bis zum nächsten Sommer, weil sie aus unterschiedlichen Gründen erst später in das Vermittlungsprogramm gekommen sind. Weshalb Oecking sich auch weigert, den aktuellen Stand als Schlussbilanz zu betrachten. Viele Ex-Opelaner würden neue Job-Angebote "erst ganz zum Schluss akzeptieren", so Oecking. Ein großes Problem bei der Vermittlung sei auch die mangende Mobilität vieler Betroffener gewesen.

88 Prozent der Beschäftigten in der Gesellschaft nahmen an Qualifizierungsmaßnahmen teil. Rund 900 potenzielle neue Arbeitgeber und 1600 mögliche Anschluss-Arbeitsstellen wurden identifiziert. Die meisten Ex-Opelaner, die vermittelt wurden, arbeiten heute in Logistik-Firmen und als Lkw-Fahrer. Einige kamen als Elektriker, Schlosser oder bei Security-Firmen unter. Die Transfergesellschaft beschäftigte zeitweilig 50 Berater.

(tor)
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