Opel Bochum: 2500 Opelaner noch ohne Job

Bochum: 2500 Opelaner noch ohne Job

Ein Jahr nach der Schließung des Bochumer Opel-Werkes haben 2498 Ex-Mitarbeiter noch immer keinen neuen Arbeitsplatz. Das geht aus einer Statistik der örtlichen IG-Metall-Vertretung hervor, die unserer Redaktion vorliegt.

Das Werk wurde am 5. Dezember 2014 geschlossen. Von den zuletzt 3600 Mitarbeitern durften damals nur 300 in andere Opel-Werke wechseln, weitere 700 kamen in einem neuen Opel-Warenverteilzentrum in Bochum unter.

Für die letztlich entlassenen 2600 Ex-Opelaner finanziert der Autokonzern bis Ende nächsten Jahres eine Transfergesellschaft, in der sie weiterbezahlt, umgeschult und bei der Suche nach neuen Jobs unterstützt werden. Die Gesellschaft hat bislang 102 Opelaner in feste Jobs vermittelt. 91 lassen ihren Transfer-Vertrag ruhen. Einige von ihnen haben eine Festanstellung in Aussicht, aber sind noch unsicher. Weitere 157 bezahlt die Transfergesellschaft, obwohl sie schon an Qualifizierungsmaßnahmen in externen Unternehmen teilnehmen.

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"Keine großartige Erfolgsbilanz", sagt die Bochumer IG-Metall-Chefin Eva Kerkemeier und spricht von einer "Überforderung der Transfergesellschaft aufgrund der hohen Zahl". Opel sieht keinen Grund zur Sorge: "Unsere Transfergesellschaft soll erst qualifizieren und dann vermitteln. Deshalb erwarten wir erst im nächsten Jahr bessere Ergebnisse", so ein Sprecher.

Erfolge meldet NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) beim Versuch, unabhängig von der Transfergesellschaft für Ersatzinvestitionen in Bochum zu werben. Erste Firmen wie Thyssenkrupp hätten bereits einige Hundert neue Jobs zugesagt. "Die Verhandlungen mit DHL über den Bau des Paketverteilzentrums befinden sich auf der Zielgeraden", sagte Duin.

(RP)