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Wie geht es weiter mit dem Werk Bochum: Opel-Arbeiter beraten über Sanierungsplan

Wie geht es weiter mit dem Werk Bochum : Opel-Arbeiter beraten über Sanierungsplan

Im Bochumer Opel-Werk hat am Donnerstagmorgen eine Betriebsversammlung begonnen, bei der die Mitarbeiter über den Sanierungsplan für den angeschlagenen Autobauer informiert werden.

Die 3200 Gewerkschaftsmitglieder müssen entscheiden, ob sie dem zwischen der IG Metall und dem Opel-Management ausgehandelten Tarifvertrag zustimmen. Sagen sie Nein, könnte das Werk bereits Ende kommenden Jahres geschlossen werden. An der Betriebsversammlung nimmt nach Angaben eines Sprechers der IG Metall auch der NRW-Vorsitzende der Gewerkschaft Knut Giesler teil.

Opel hat in den Verhandlungen über den Sanierungsplan zugesagt, die Autoproduktion in Bochum erst Ende 2016 einzustellen. Danach sollen 1200 Arbeitsplätze im Ersatzteillager und der Komponentenfertigung erhalten bleiben. Die Nachtschicht soll bereits zum nächsten Quartal eingestellt werden. Nehmen weniger als 600 Mitarbeiter ein Abfindungsangebot an, kann es ab 2015 Kündigungen geben.

Gewerkschaft und IG Metall sind sich bei Beurteilung der Vereinbarung nicht einig. Betriebsratschef Reiner Einenkel lehnt den Tarifvertrag ab. Ihm reichen Zusagen für die Ersatzarbeitsplätze nicht. Außerdem drohten schon vor 2016 Entlassungen, warnt er. Die Gewerkschaft betont, mehr sei in den Verhandlungen nicht herauszuholen gewesen.

Im Bochumer Werk ist am Mittag eine zweite Betriebsversammlung geplant. Nach beiden Versammlungen stimmen die Gewerkschaftsmitglieder ab. Kommt dabei eine Mehrheit zustande, gilt der Tarifvertrag als angenommen. Bei einem Nein wird Bochum nach Angaben der Gewerkschaft aus dem Vertrag, der bereits an drei anderen Opel-Standorten gebilligt wurde, herausgenommen. Für diesen Fall hat Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky angekündigt, die Fertigung in Bochum zum 1. Januar 2015 komplett einzustellen.

(dpa/felt/sap)