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Zahlen für 2011: Online-Geschäft verhilft Springer zu Rekordergebnis

Zahlen für 2011 : Online-Geschäft verhilft Springer zu Rekordergebnis

Der Medienkonzern Axel Springer hat durch kräftiges Wachstum im Online-Geschäft und stabile Print-Erlöse im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erreicht. Beim Umsatz habe man mit 3,18 Milliarden und einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 10,1 Prozent erstmals die 3-Milliarden-Euro-Marke übertroffen, sagte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner am Mittwoch in Berlin. Auch beim operativen Ergebnis (Ebitda) habe man mit einem Plus von 16,2 Prozent auf 593,4 Millionen Euro einen neuen Rekord erreicht.

Für das laufenden Geschäftsjahr sah Döpfner "einige Unwägbarkeiten", zu denen er die Schuldenkrise, die Situation im Nahen Osten und Abkühlungstendenzen in einigen Schwellenländern zählte. "Sollten sich die konjunkturellen Rahmenbedingen aber nicht eintrüben, was wir hoffen, rechnen wir im laufenden Jahr mit einem Umsatzanstieg im einstelligen Prozentbereich", sagte er.

Dabei würden erneut die digitalen Medien der Wachstumstreiber sein, während man im nationalen und internationalen Printgeschäft mit "rückläufigen Erlösen" rechne. Das operative Ergebnis werde sich "unter diesem Umständen erneut leicht verbessern", sagte Döpfner weiter.

Der Springer-Vorstandsvorsitzende bekräftigte das Ziel, durch digitale und Printmedien jeweils die Hälfte von Umsatz und Ergebnis zu erreichen. "Wir gehen davon aus, dass wir das Zeitungs- und Zeitschriftengeschäft stabil halten können und dass daneben das digitale Geschäftsfeld zu gleichen Größe aufwächst", sagte er. Man hoffe dieses Ziel in sechs bis sieben Jahren zu erreichen.
Vielleicht gelinge es aber auch schneller.

Digitale Werbeerlöse steigen um 41 Prozent

Zumindest die Werbeerlöse von Springers digitalen Medien haben die entsprechenden Einnahmen des Print-Bereichs schon fast erreicht.
Nach Angaben von Finanzvorstand Lothar Lanz entfielen 2011 von den gesamten Werbeerlösen des Konzern in Höhe von 1,606 Milliarden Euro 815 Millionen Euro auf Print- und 791 Millionen Euro auf Online-Medien. Dabei erhöhten sich die digitalen Werbeerlöse gegenüber dem Vorjahr um 41,5 Prozent. Zum Konzernumsatz trugen die digitalen Medien mit 962 Millionen Euro nach einem Plus von 35 Prozent bereits ein knappes Drittel bei.

Die Werbeerlöse der deutschen Springer-Zeitungen sanken dagegen leicht um 5,5 Prozent 515 Millionen Euro. Ähnlichen gingen auch die Werbeerlöse der deutschen Zeitschriften des Verlages um 4,2 Prozent auf 128 Millionen Euro zurück. Zumindest die Erlöse aus dem Verkauf von Zeitungen in Deutschland konnte Springer dank einer Preiserhöhung der "Bild"-Zeitung leicht um 0,1 Prozent auf 617 Millionen Euro erhöhen.

Auch die Beschäftigten profitieren

Im internationalen Printgeschäft legte der Konzern dagegen zu.
Der Umsatz erhöhte sich um 18,1 Prozent auf 473 Millionen Euro, das Spartenergebnis stieg um 20 Prozent auf 73,8 Millionen Euro. Insgesamt erhöhte Springer seine Auslandserlöse überproportional um 29 Prozent auf 1,048 Milliarden Euro. Zur Internationalisierung trugen der Ausbau des Printgeschäfts in Osteuropa und neue digitale Aktivitäten bei. Der Konzernüberschuss nach Steuern wuchs gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent auf 289 Millionen Euro, um Sondereffekte bereinigt sogar um 21 Prozent auf 343 Millionen Euro. Das Unternehmen will seine Dividende um zehn Cent auf 1,70 Euro erhöhen.

Seine Beschäftigten will Axel Springer auch in diesem Jahr am Gewinn beteiligen. Der Bonus für 2011 beträgt 1.200 Euro. Im Vorjahr waren 800 Euro gezahlt worden.

(APD)