1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

Neue Pläne zur Kapitalerhöhung: Offenbar sollen Hedgefonds ThyssenKrupp helfen

Neue Pläne zur Kapitalerhöhung : Offenbar sollen Hedgefonds ThyssenKrupp helfen

Wie kommt ThyssenKrupp an frisches Kapital? Der angeschlagene Industriekonzern könnte einem Bericht zufolge eine mögliche Kapitalerhöhung mithilfe von Hedgefonds durchziehen.

Grundsätzlich seien Beteiligungsgesellschaften aus New York und London zu einem Einstieg bereit, schreibt das "Manager Magazin" in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe ohne genaue Quellenangabe. Erste Gespräche seien bereits im März aufgenommen und dann Mitte Juli fortgesetzt worden. Als Helfer für eine mögliche Kapitalerhöhung habe der Konzern die Investmentbank Goldman Sachs und die Commerzbank engagiert.

Der Konzern wollte den Bericht der Zeitschrift nicht kommentieren. Ein Sprecher verwies lediglich auf Aussagen aus der vergangenen Woche, wonach über eine Kapitalerhöhung noch nicht entschieden ist. Im Mai hatte Vorstandschef Heinrich Hiesinger einen solchen Schritt erstmals öffentlich als Option ins Spiel gebracht.
ThyssenKrupp-Aktien reagiert positiv auf die Meldung und legten deutlich zu.

Der Konzern sitzt wegen des Milliarden-Desasters beim Bau neuer Stahlwerke in Brasilien und den USA auf einem 5,3 Milliarden Euro hohen Schuldenberg, zugleich ist das Eigenkapital bedrohlich geschrumpft. In der vergangenen Woche betonte Hiesinger, dass eine Kapitalerhöhung nicht unbedingt vom Verlauf der Verhandlungen über den Verkauf der Stahlwerke in Übersee abhänge. Diese ziehen sich viel länger hin als vom Konzern geplant.

Eine Kapitalerhöhung galt lange als Tabu bei ThyssenKrupp. Denn die mächtige Krupp-Stiftung kann dem Vernehmen nach aus eigener Kraft nicht bei der Kapitalerhöhung mitziehen. Damit wackelt deren Sperrminorität von gut 25 Prozent der Anteile und damit auch der Übernahmeschutz für den Konzern.

(dpa)