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NRW: Passagierkontrolleure bestreiken am Donnerstag Flughäfen

Tarifauseinandersetzungen : Kontrolleure bestreiken am Donnerstag NRW-Flughäfen

Flug-Passagiere müssen sich am Donnerstag auf Behinderungen und Flugausfälle an den Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn einstellen. Verdi ruft die Beschäftigten der privaten Passagierkontrolle zu einem mehrstündigen Warnstreik auf. Der Köln/Bonner Flughafen richtet um 17 Uhr eine Kunden-Hotline ein.

Passagiere werden gebeten, sich im Internet auf der Website ihrer Airline über den Status ihres Flugs zu erkundigen, ließ der Flughafen Köln/Bonn mitteilen. Der Flughafen schaltet am Mittwoch ab 17 Uhr unter 02203-404000 eine telefonische Hotline. Auf dem Flugplan stehen am Donnerstag für den gesamten Tag 95 Abflüge, hieß es.

Man gehe von erheblichen Einschränkungen des Flugbetriebes in NRW aus, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker. "Nach drei ergebnislosen Verhandlungsrunden ist der ganztägige Streik die letzte und ernste Mahnung an die Arbeitgeber, den notwendigen Schritt auf die Beschäftigten zuzugehen", sagte Becker. Verdi fordert Lohnerhöhungen zwischen 1,50 Euro und 2,50 Euro pro Stunde. Bisher verdienen die 34.000 Beschäftigten der Branche in NRW zwischen neun und 14,70 Euro. Mehr als 70 Prozent der Beschäftigten sind in der untersten Lohngruppe bei einem anfänglichen Monatsgehalt von 1440 Euro bei einer 40-Stunden-Woche. "Wir wollen die Branche aus dem Niedriglohnsektor heraus führen.", sagte Becker.

Bereits am Dienstag hatte Verdi die Waren- und Personalkontrolleure an den Flughäfen zu einem 20-stündigen Streik aufgerufen. Die Auswirkungen waren allerdings mehr für die Flughafenbeschäftigten als für die Passagiere spürbar. Das dürfte am Donnerstag anders sein. Verdi riet den Fluggästen, sich frühzeitig mit ihrer Airline in Verbindung zu setzten.

Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) kritisierte die Haltung von Verdi. Verhandlungsführer Harald Olschok sagte, die Streiks seien Ergebnis einer völlig unrealistischen Tarifpolitik von Verdi. Der Verband forderte vom Gesetzgeber erneut, verbindliche Regelungen für Streikmaßnahmen im Bereich der sogenannten Daseinsvorsorge einzuführen. Erfreulicherweise habe nun die CSU als erste Partei erkannt, dass hier Veränderungen dringend notwendig sind, sagte Olschok. Der CSU-Vorstand hatte sich am Dienstag dafür ausgesprochen, per Gesetz vorzuschreiben, dass Streiks in solchen Bereichen mindestens vier Werktage vorher angekündigt werden müssen. "Nun ist der Gesetzgeber gefordert, diese Vorstellungen der CSU möglichst schnell aufzugreifen und umzusetzen", so Olschok.