Verdi-Streik im öffentlichen Dienst: NRW: 700 Kindergärten blieben zu

Verdi-Streik im öffentlichen Dienst : NRW: 700 Kindergärten blieben zu

Düsseldorf (RPO). Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Donnerstag einen Schwerpunkt auf Nordrhein-Westfalen gesetzt. 4500 Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen legten ihre Arbeit nieder. Knapp 700 Kindertagesstätten blieben geschlossen.

In dieser Woche seien alle Erwartungen übertroffen worden, sagte Verdi-Landesleiterin Gabriele Schmidt in Düsseldorf angesichts der vielen Streikenden.

Allein in Köln legten rund 1400 Beschäftigte von Kindertagesstätten die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft berichtete von Solidaritätsbekundungen zahlreicher betroffener Eltern. Eine vorsorglich eingerichtete Hotline sei nur in Einzelfällen genutzt worden.

Auch in Abfallentsorgungsunternehmen und Kommunalverwaltungen habe es Warnstreiks gegeben, hieß es. Insgesamt zählte Verdi landesweit rund 5.500 Teilnehmer an den Aktionen.

Für Freitag hat Verdi mehr als 10.000 Mitarbeiter der öffentlichen Nahverkehrsunternehmen in 30 Städten und Kreisen zu mehrstündigen und ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Busse und Bahnen sollten in der Nacht im Depot bleiben. Die Gewerkschaft bat um Verständnis und regte an, für den Berufsverkehr auf andere Verkehrsmittel auszuweichen. "Man muss davon ausgehen, dass während des Warnstreiks wahrscheinlich keine Busse und Bahnen in den betroffenen Regionen verkehren", sagte ein Sprecher.

Insgesamt hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft den Angaben zufolge mehr als 21.000 Mitglieder in Nordrhein-Westfalen zu Warnstreiks am Freitag aufgerufen. Betroffen seien neben der Müllabfuhr insbesondere Stadtwerke, aber auch Wasserwerke und -Verbände, Bauhöfe, Kommunalverwaltungen sowie ein Theater und eine Schleuse.

Die Tarifverhandlungen werden am Montag kommender Woche in Potsdam fortgesetzt. Verdi fordert für die Beschäftigten eine rückwirkende Einkommenssteigerung von acht Prozent ab 1. Januar 2008, mindestens jedoch 200 Euro mehr. Die Arbeitgeber bieten fünf Prozent - allerdings verteilt auf zwei Jahre und bei Aufstockung der Arbeitszeit im Westen auf 40 Wochenstunden.

(afp)
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