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Neues Elektrogesetz: So verfahren die Händler mit abgegebenen Altgeräten

Neue Elektrogeräte-Änderung : Vom Discounter an den Dienstleister

Seit dem 1. Juli dürfen Verbraucher Elektroschrott in Supermärkten abgeben. Aber was passiert damit? Die Händler halten sich mit Details bedeckt.

Der Berg von Elek­troschrott, der sich in deutschen Haushalten jedes Jahr ansammelt, wächst. In Nordrhein-Westfalen werden laut „IT.NRW“ jährlich mehr als 200.000 Tonnen Elektro-Altgeräte von Entsorgungsbetrieben angenommen, allein in Düsseldorf kommen durchschnittlich pro Jahr rund 1400 Tonnen zusammen. Diese Menge dürfte ab sofort noch deutlich größer werden, da die Abgabemöglichkeiten für daheim lagernde Geräte sich seit dem 1. Juli schlagartig verbessert haben. Seitdem sind nämlich Filialen von Supermärkten, Discountern und Drogerien, die selbst Elektrogeräte vertreiben und über mindestens 800 Quadratmeter Verkaufsfläche verfügen, verpflichtet, kaputte Altgeräte ohne Gegenleistung von Kunden anzunehmen.

Was passiert dann mit dem teilweise noch wertvollen Schrott? Bisher lag dieser Arbeitsschritt in den Händen der kommunalen Entsorgungsunternehmen, die den Abfall an Recyclinghöfen annehmen. In Düsseldorf ist dafür die Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung (Awista) zuständig. „Wir sind lediglich eine Sammel- und Verteilstelle“, sagt Ralf Böhme, Sprecher der Awista. Die Geräte würden in verschiedenen Sammelgruppen sortiert und weiteren Verwertern zur Verfügung gestellt. Eine dieser Gruppen umfasse beispielsweise Wärmeüberträger wie Kühlschränke oder Klimaanlagen, in eine andere Sammelkategorie fallen Kleingeräte bis 50 Zentimeter Größe wie Föhne, Wasserkocher und Tischlampen. Für die Weiterverarbeitung seien die Unternehmen Stiftung Elektro-Altgeräte-Register (Stiftung Ear) und Noex zuständig. „Ear steuert deutschlandweit die Abholung von den Sammelstellen und beliefert die Verwertungs- und Entsorgungszentren. In Düsseldorf holt die Noex, die ein großes Zerlegezentrum in Grevenbroich betreibt, die Elektroabfälle ab, nachdem beispielsweise ein voller Container vom Recyclinghof an die Ear gemeldet wurde“, erklärt Böhme. Bei Noex würden die Geräte fachgerecht zerlegt und umweltschonend Ressourcen zurückgewonnen.

Wie verfahren jedoch die Händler mit der neuen Flut von Elektroschrott? Unsere Redaktion hat bei einigen Einzelhandelsunternehmen nachgefragt. Das Ergebnis: Die Firmen halten sich über Einzelheiten bedeckt. Edeka Rhein-Ruhr ist ein genossenschaftlicher Verband, der über 500 selbstständige Kaufleute umfasst. Diese „wickeln die Entsorgung der Elektro-Altgeräte individuell über öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger (städtischer Wertstoffhof) oder zertifizierte Dienstleister ab“, erklärt Kerstin Holla vom Edeka-Presseteam. Diese würden dann je nach Zustand entscheiden, was mit den Geräten geschieht. Auch die Drogerie Rossmann ist nun in der Pflicht, Elektrogeräte anzunehmen. „Der abgegebene Elektroschrott wird in unseren regionalen Verteilzentren sortenrein gesammelt und anschließend von zertifizierten Dienstleistern abgeholt, die ihn – sortiert in die einzelnen Bestandteile – fachmännisch aufbereiten und weiterverarbeiten“, heißt es von der Pressestelle von Rossmann.

Weitere Handelsunternehmen wie Rewe, Lidl und Metro äußerten sich bis Redaktionsschluss nicht dazu, was nach der Annahme mit den Geräten passiert. Aldi bestätigte lediglich, man gewähre einen „sachgerechten Umgang mit den Elektronikaltgeräten“. Das Statistische Bundesamt errechnete für das Jahr 2020 eine Recyclingquote von 86,7 Prozent. Der Großteil der Geräte wird also repariert oder – zum größeren Teil – recycelt. Sie enthalten Rohstoffe wie Kupfer oder Eisen.