Nach Verkauf der Großbäckerei: Neuer Lieken-Eigentümer will Produktion steigern

Nach Verkauf der Großbäckerei: Neuer Lieken-Eigentümer will Produktion steigern

Nach der Übernahme des Düsseldorfer Traditionsbäckers Lieken durch die tschechische Agrofert-Holding wollen Arbeitnehmervertreter in Deutschland Klarheit über den künftigen Kurs des neuen Eigentümers. Ein erstes Gespräch mit dem Agrofert-Eigner und Milliardär Andrej Babis sei in der ersten Juni-Woche geplant, sagte der zuständige Referatsleiter der Gewerkschaft NGG, Peter Störling. Störling ist auch als Arbeitnehmervertreter stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Lieken AG.

Im Gespräch mit Nachrichtenagentur dpa kündigte der neue Lieken-Eigentümer ein Produktionswachstum an. "Wir wollen die deutschen Kapazitäten nutzen und die Produktion steigern", sagte Babis. Es sei geplant, den deutschen Backwarenhersteller dezentral zu lenken. Wertvollstes Kapital des Unternehmens seien bekannte Marken wie "Golden Toast" und "Lieken Urkorn", sagte der Unternehmer.

Keine Beschäftigungsgarantien

Beschäftigungsgarantien für die rund 4700 deutschen Lieken-Mitarbeiter seien bei dem Verkauf durch den italienischen Nudelkonzern Barilla an die tschechische Agrofert-Holding nicht vereinbart worden, sagte Störling.

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Mit dem Lieken-Verkauf hatte Barilla nach elf Jahren sein milliardenschweres Engagement bei der Düsseldorfer Kamps AG beendet. 2008 war die Holding Kamps AG in Lieken AG umfirmiert worden. Anschließend hatte sich Barilla zunächst von der Kamps-Filialkette getrennt. Die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten den Lieken-Verkauf Mitte Mai genehmigt.

Lieken betreibt derzeit neben der Hauptverwaltung in Düsseldorf bundesweit zwölf Großbäckereien, darunter die Standorte Lünen und Essen in Nordrhein-Westfalen. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen rund 780 Millionen Euro umgesetzt und zählt damit zu den führenden Großbäckereien in Deutschland.

(dpa/jco)
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