Satellitennotruf und Unfallerkennung Was Sie über die neuen iPhone-Funktionen wissen müssen

Cupertino · Notruf über Satellit, Unfallerkennung und elektronische Sim-Karten: Apple hat sich für seine neueste Generation iPhones einiges einfallen lassen. Und das war noch nicht alles.

Apple: Iphone, Watch & Co. - das sind die Neuerungen
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Diese Neuerungen stellt Apple im September 2022 in Cupertino vor

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Foto: AP/Jeff Chiu

Apple hat neue Modelle des iPhone 14, 14-Plus und 14-Pro vorgestellt. Die wichtigsten Neuerungen und Details im Überblick:

Sind die iPhone-Kameras verbessert worden?

Ja. Die teureren Pro-Modelle des iPhone 14 bekommen einen Kamera-Sensor mit 48 Megapixeln (MP). Dabei können jeweils vier Pixel zu einem größeren Bildpunkt gebündelt werden, was für eine bessere Bildqualität bei schwierigen Lichtverhältnissen sorgen soll.

Der neue Sensor bietet zudem den Vorteil, dass das Teleobjektiv jetzt einfach direkt auf die mittleren 12 Megapixel zugreift. Profis können aber auch die volle 48-MP-Auflösung ausschöpfen.

Welche Neuheiten gibt es beim Display

Beim iPhone 14 Pro kann das Display permanent angeschaltet bleiben. Das könnte auf Dauer die Nutzung verändern. Denn die Funktion bietet ganz neue Möglichkeiten, etwa Inhalte in Echtzeit oder Bedienelemente ständig im Blick zu behalten.

Damit das Display nicht schnell die Batterie leerleuchtet, wird es bei Inaktivität etwas dunkler und die Bildwiederholrate kann auf 1 Hertz gedrosselt werden. Und liegt das Telefon mit dem Bildschirm nach unten auf dem Tisch, erkennen die Sensoren das und das Display bleibt schwarz.

Hat sich Apple auch etwas Neues für Autofahrer ausgedacht?

Ja, ein Sicherheitsfeature. Sowohl die am Mittwoch vorgestellte Apple Watch 8 (ab 620 Euro, mit GPS und LTE) als auch die neuen iPhones (ab 1000 Euro) können schwere Autounfälle erkennen und automatisch Rettungsdienste alarmieren. Möglich machen das zum einen neue Beschleunigungs-Sensoren.

Zum anderen erkennt aber auch das eingebaute Barometer Änderungen des Innenraum-Drucks im Fahrzeug beim Auslösen eines Airbags. Und zusätzlich wird die vom Mikrofon eingefangene Geräuschkulisse analysiert.

Was hat es mit Apples Dynamic Island auf sich?

Beim iPhone X sorgte die Aussparung am oberen Bildschirm-Rand für Selfie-Kamera und Gesichtserkennung-Sensoren noch für Debatten. Inzwischen haben sich iPhone-Nutzer allerdings mit dem sogenannten Notch arrangiert. Apple hat beim iPhone 14 Pro dennoch einen eleganten Weg gefunden, diese Lücke zumindest manchmal zu verstecken.

Der Ausschnitt wurde ein Drittel kleiner und sitzt nun nicht mehr direkt am Display-Rand, sondern etwas darunter. Er wirkt schwarz - und dank der OLED-Technologie der Bildschirme können auch die ihn umgebenden Pixel genauso schwarz aussehen. Kommt etwa ein Anruf rein, versteckt sich der Ausschnitt unauffindbar in der Mitte der schwarzen Benachrichtigung darüber.

Wenn Musik abgespielt wird, wird der Bereich um die Aussparung zur Anzeige eines winzigen Album-Covers genutzt. Tippt man ihn an, klappt sich die Wiedergabe-Steuerung dort auf. Auch die Face-ID-Animation etwa beim Entsperren des iPhones wird jetzt rund um die Sensor-Lücke angezeigt. Die Aussparung wurde unter anderem dadurch verkleinert, dass der Nähe-Sensor, der etwa erkennt, ob das iPhone sich gerade am Ohr befindet, jetzt unter dem Display versteckt wurde. Diese Lösung wird Dynamic Island genannt.

Kann ich mit einem iPhone 14 wirklich überall Hilfe rufen?

Ja, perspektivisch schon. Die Funktion wird zunächst zwar nur in den USA und Kanada verfügbar sein, könnte sich aber für viele Nutzerinnen und Nutzer künftig als Lebensretter erweisen. Auch in Gegenden ohne Mobilfunk-Empfang kann man damit Notfall-Messages direkt über Satellit absetzen.

Einfach wird das aber nicht: Die Datengeschwindigkeiten sind sehr langsam, sodass die Übermittlung auch Minuten dauern kann. Und ohne eine große Antenne muss das iPhone direkt auf den Satelliten zeigen. Dank genauer Ortung und dem Wissen, wann welcher Satellit wo vorbeifliegt, bekommen Nutzer aber im Notfall eine Ausrichtungshilfe als Grafik auf dem Bildschirm angezeigt.

Schafft Apple die physischen SIM-Karten ab?

Jein. Zunächst gilt das zwar nur für US-Versionen des iPhone 14, aber zumindest technisch wären reine E-SIM-Geräte auch schon in Europa möglich. Damit wartet Apple aber noch.

In den USA kommen die neuen Modelle aber vom Start weg ganz ohne den Slot zum Einschieben einer physischen SIM-Karte aus. Stattdessen soll alles über die eingebaute elektronische E-SIM laufen.

Ein Clou beim Upgrade zu einem neuen Modell in Europa: Die E-SIM des iPhone 14 kann automatisch die Telefonnummer der bisherigen physischen SIM übernehmen.

Sind iPhones & Co in den USA wirklich günstiger?

Leider ja. Es gibt starke Preisunterschiede zwischen USA und Europa. Im US-Markt legte Apple Wert darauf, den Preis der neuen iPhones auf Vorjahresniveau zu halten, in Europa hingegen sorgt der starke Dollar für gepfefferte Aufschläge. Das Grundmodell des iPhone 14 kostet 999 Euro gegenüber 899 Euro beim iPhone 13.

Die Preise für das iPhone 14 Pro fangen bei 1299 Euro statt zuvor 1149 Euro an. Beim größeren Pro Max sind es jetzt mindestens 1449 Euro statt zuvor 1249 Euro. Und das teuerste iPhone, das Pro Max mit einem Terabyte Speicher, kostet 2099 Euro - 250 Euro mehr als beim iPhone 13. Auch bei der Apple Watch Ultra werden aus dem US-Preis von 799 Dollar in Europa 999 Euro.

Wann ist für die Apple-Neuheiten Marktstart in Deutschland?

Die meisten neuen iPhones und die Apple Watch 8 können vom 9. September an vorbestellt werden und sollen vom 16. September an ausgeliefert werden.

Nur das größere iPhone 14 Plus soll erst am 7. Oktober folgen. Und die Apple Watch Ultra ist ab dem 23. September verfügbar - genauso wie die Airpods Pro 2.

(albu/dpa)
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