Naketano: Gründer verkünden das Aus der Modemarke aus Essen

Kapuzenpullis mit dem Anker: Gründer verkünden Aus der Modemarke Naketano

Mit einem Schreiben an seine Kunden im Einzelhandel hat die Essener Modemarke Naketano mitgeteilt, den Geschäftsbetrieb Ende 2018 einstellen zu wollen. Die Nachricht ist eine Überraschung – die Hintergründe sind völlig unklar.

Mit einem Schreiben an seine Kunden im Einzelhandel hat die Essener Modemarke Naketano mitgeteilt, den Geschäftsbetrieb Ende 2018 einstellen zu wollen. Die Nachricht ist eine Überraschung — die Hintergründe sind völlig unklar.

Es gab in den vergangenen Jahren wohl kaum einen Hörsaal, in denen sie nicht zu finden waren: Die flauschigen Kapuzenpullover mit dem Anker auf dem Arm, den an dicke Seemannstaue erinnernden Kordeln und dem japanisch klingenden Markennamen "Naketano".

Innerhalb kürzester Zeit ist die Marke aus Essen zu einer der beliebtesten Marken bei jungen Menschen zwischen 20 und 30 Jahren geworden, die gleichermaßen in Modekaufhäusern wie Peek & Cloppenburg wie in Online-Shops wie Zalando angeboten wird — und entsprechend wuchsen die Umsätze.

"Es ist Zeit für eine Veränderung"

  • Essen : Gründer verkünden Aus für Modemarke Naketano

Doch nun haben die Eigentümer der Modemarke völlig überraschend das Aus der Marke verkündet. Laut einem Bericht der Branchenzeitschrift "Textilwirtschaft" teilte das Essener Unternehmen mit einem Schreiben an seine Einzelhandels-Kunden mit, den Geschäftsbetrieb einstellen zu wollen. Darin heißt es demnach zum Schluss lediglich: "Wir liefern nur noch bis zum 31.12.2018. Der Webshop wird zum Ende des gleichen Tages offline gehen. Firma und Marke werden nicht verkauft — Anfragen dieser Art bleiben unbeantwortet. Es ist Zeit für eine Veränderung."

Unklar ist, wieso die beiden Gründer und Geschäftsführer Sascha Peljhan und Jozo Lonac, die in der Branche als äußerst verschwiegen bekannt sind, das Unternehmen einfach einstellen wollen, anstatt die Marke gewinnbringend zu verkaufen. Eine entsprechende Anfrage blieb unbeantwortet. Gegenüber der "Bild" sprach eine Sprecherin des Unternehmens von persönlichen Gründen.

17 Prozent Umsatzrendite

Die Geschäfte liefen — zumindest 2015 — offenbar gut. Laut "Textilwirtschaft" lag der Umsatz bei rund 44 Millionen Euro, bei einer Umsatzrendite von 17 Prozent. Neuere Zahlen liegen bislang nicht vor. Und auch im Handel kamen die Pullover, Jacken und T-Shirts, die mit provokanten und teilweise sexistischen Produktnamen wie "Monsterbumserin", "Hosenpuper" oder "Dirty Schwanzu Longus" auffielen, offenbar weiterhin gut an. Ein Händler aus Norddeutschland sagte der "Textilwirtschaft": "Naketano ist eine Mega-Cash-Cow. Wir haben mit der Kollektion in der vergangenen Saison ein Umsatzplus von 50 Prozent gemacht. Es wird schwierig, das zu kompensieren."

(frin)
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