Geschäftsbericht 2009: Münchner Rück investiert in Griechenland

Geschäftsbericht 2009: Münchner Rück investiert in Griechenland

Frankfurt/Main (RPO). Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re schreckt trotz der schweren Haushaltskrise Griechenlands nicht vor Anleihen des südosteuropäischen Staates zurück. Sein Unternehmen sei Ende 2009 im Besitz von griechischen Staatsanleihen im Wert von mehr als 2,1 Milliarden Euro gewesen und habe in der vergangenen Woche weitere Mittel in die Papiere investiert, sagte Finanzvorstand Jörg Schneider am Mittwoch in München.

Griechenland befindet sich derzeit in einer schweren Krise der Staatsfinanzen und muss bis Mai rund 20 Milliarden Euro Schulden tilgen. Dafür hatte Athen zuletzt in der vergangenen Woche neue Staatsanleihen ausgegeben.

Von den gesamten Kapitalanlagen der Munich Re in Höhe von 185 Milliarden Euro stecken den Angaben des Konzerns zufolge 72 Milliarden in Staatsanleihen. Rund 16 Prozent davon hat das Unternehmen neben Griechenland auch in Spanien, Italien, Portugal und Irland investiert, deren Haushaltslage der Euro-Zone ebenfalls Sorgen bereitet.

Im vergangenen Jahr machte Munich Re einen Gewinn von 2,56 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte. Für das Jahr 2010 erwartet der Rückversicherer trotz der schweren Schäden durch das Erdbeben im Chile und den Sturm Xynthia einen Gewinn von rund zwei Milliarden Euro.

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Bei einem Ausfall der Fußball-WM in Südafrika müsste die Rückversicherung dem Weltfußballverband FIFA 350 Millionen Dollar zahlen. Damit decke sie den größten Teil des Ausfallrisikos für den Veranstalter, erklärte die Versicherung in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht.

Die finanziellen Folgen einer Absage oder eines Abbruchs wegen einer Katastrophe oder einem Terroranschlag wären immens: "Alles in allem dürfte sich der Ausfallversicherungsbedarf der Weltmeisterschaft in Südafrika auf bis zu fünf Milliarden US-Dollar belaufen", erklärte Munich-Re-Manager Andrew Duxbury. Allein für die Fernsehrechte habe die FIFA 2002 und 2006 rund 2,2 Milliarden Euro kassiert. Wenn sie von der Eröffnungsfeier am 11. Juni bis zur Siegerehrung einen Monat die geplanten 100 Stunden reine Fußballübertragung nicht liefern könne, drohten hohe Schadenersatzforderungen.

Auch die Sponsoren, die Reiseveranstalter oder die Fluggesellschaften verlangten Sicherheiten. "Der Veranstalter kann allen Beteiligten garantieren, dass ihre Investition nicht verloren ist", wenn die WM nicht stattfinde, sagte Duxbury. Der Brite fügte hinzu: "Das Schlimmste, was jetzt noch passieren kann, wäre eine Niederlage Englands gegen Deutschland im Elfmeterschießen."

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(AFP/felt)