Müll-Entsorgung: Marktführer Remondis wächst kräftig

Müll-Branche : Marktführer Remondis wächst kräftig und kauft den Grünen Punkt

Mit Müllabfuhren und Recycling hat Deutschlands größter Abfallkonzern Remondis im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld erlöst.

Der Gesamtumsatz sei 2017 um 1,2 Milliarden Euro auf 7,3 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen aus Lünen (Nordrhein-Westfalen) auf Anfrage mit. Das ist ein Plus von rund 20 Prozent. Ein Teil davon geschah über Zukäufe. Auch Müllverbrennungen und andere Dienstleistungen bietet Remondis an.

Die nicht börsennotierte Firma - ein Familienunternehmen mit rund 33.000 Mitarbeitern - macht keine konkreten Angaben zum Gewinn. In einer Pflichtmitteilung im Bundesanzeiger von Ende 2017 ist nur zu lesen, dass die Erträge in den ersten vier Monaten 2017 etwas gestiegen seien und sich diese Entwicklung wohl im Gesamtjahr fortsetzen werde.

Einem Medienbericht zufolge wechselt zudem das Recyclingsystem Grüner Punkt den Besitzer. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Insider berichtet, stehen die fast zwei Jahre währenden Verhandlungen vor dem Abschluss. Der Vertrag mit Remondis, könne noch in dieser Woche unterzeichnet werden. Demnach will Remondis 80 Prozent am Dualen System Deutschland übernehmen, die bislang die Finanzinvestoren HIG und Blue Bay hielten. Zwischenzeitlich hatte es wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen und Einschätzungen zum kartellrechtlichen Umgang nach einem Scheitern ausgesehen.

Remondis ist ein Kunstname, er verweist auf die Kreislaufwirtschaft - „Re“ für zurück und „Mondis“ für Welt oder weltweit. Das Unternehmen ist mit großem Vorsprung Marktführer. Die Nummer 2 in Deutschland, Alba, kam 2016 auf einen Umsatz von vergleichsweise niedrigen 1,8 Milliarden Euro. Konkurrenten von Remondis - etwa kommunale Müllabfuhren und kleinere Mittelständler - fürchten schon seit langem eine zu starke Marktmacht des Branchenriesen aus NRW.

(felt/dpa)
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