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Prozess gegen Ex-Arcandor-Chef: Middelhoff und Berger streiten um Geld

Prozess gegen Ex-Arcandor-Chef : Middelhoff und Berger streiten um Geld

Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff und Unternehmensberater Roland Berger haben im Essener Untreueprozess gegen den ehemaligen Spitzen-Manager um Privatschulden gestritten.

Auf Fragen von Richter Jörg Schmitt sagte Berger am Dienstag vor dem Essener Landgericht, er fordere von Middelhoff in der Folge einer "geschäftlichen Zusammenarbeit" aus dem Jahre 2008 rund 6,6 Millionen Euro plus Zinsen. "Leider ist nichts davon gezahlt worden", beklagte der 76-jährige Berger. Der ehemaligen Chef von Bertelsmann und Arcandor räumte ein, dass er Berger Geld schulde - doch komme er wegen anderer Rechtsstreitigkeiten nicht an sein Vermögen.

Er habe Berger zwar Sicherheiten abgetreten, aber: "Herr Berger will Cash haben." Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermüller sagte, Bergers Forderungen seien insgesamt "nicht unbestritten". Middelhoff habe selbst Forderungen an Berger: "Middelhoff ist kein säumiger Schuldner." Berger, der in der Vergangenheit mit Middelhoff geschäftlich verbunden war, hatte den Ex-Arcandor-Chef bereits dazu gezwungen, eine Vermögenserklärung abzugeben.

Middelhoff unterstrich, sein "gesamtes liquides Vermögen" sei blockiert: "Ich komme seit 2009 nicht an mein Geld." Im Untreue-Prozess gegen Middelhoff spielt der Zwist um Schulden indes eigentlich keine Rolle: Die Staatsanwaltschaft wirft Middelhoff vor, Arcandor mit Privatflügen auf Firmenkosten einen Schaden von rund 945.000 Euro zugefügt zu haben. Unter anderem sei er immer wieder mit dem Hubschrauber von seinem Wohnort Bielefeld zur Arcandor-Zentrale in Essen geschwebt.

Berger, einstmals ein wichtiger Strippenzieher in der deutschen Wirtschaft und Gründer der gleichnamigen Unternehmensberatung, wurde vom Gericht auch zum Reiseverhalten Middelhoffs befragt. Berger und Middelhoff hatten sich am 12. Januar 2009 in Berlin getroffen - Middelhoff war zu dem Treffen mit einer Chartermaschine angereist.

An genaue Gesprächsinhalte könne er sich aber nicht mehr erinnern, räumte Berger ein. "Das ist alles sehr lange her."

(REU)