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Metro wächst deutlich, macht aber 290 Millionen Euro Verlust

Starkes Wachstum, rote Zahlen : Metro macht 290 Millionen Euro Verlust

Das Geschäft mit Hotels und Restaurants ist gegenüber dem Corona-Jahr 2021 deutlich gewachsen. Aber der Ukraine-Krieg, die Sanktionen und die Kursschwankungen beim Rubel belasten das Ergebnis.

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine haben viele deutsche Unternehmen ihre Aktivitäten in Russland eingestellt. Dass die Metro dies nicht getan hat, beschert ihr einerseits Wachstum in der Region, ist aber andererseits ein maßgeblicher Grund dafür, dass der Düsseldorfer Handelskonzern im dritten Quartal des im September zu Ende gehenden Geschäftsjahres 2021/22 rote Zahlen geschrieben hat. Zwischen Anfang April und Ende Juni dieses Jahres betrug der Verlust 290 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 63 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Andererseits sind die Sanktionen, die der Westen im vergangenen halben Jahr gegen Unternehmen und Privatpersonen aus Wladimir Putins Reich verhängt hat, und die Währungsschwankungen beim Rubel, die das Finanzergebnis belasten, nicht die einzigen Gründe für das deutliche Minus. Auch der Verkauf des defizitären Belgien-Geschäfts, der sich schon über längere Zeit angedeutet hatte, kostet Geld. Beides zusammen summiert sich nach Angaben des Metro-Vorstands auf Belastungen von 400 Millionen Euro.

Dennoch hält die Metro an ihrer Jahresprognose, die sie im Juli angehoben hatte, fest. Das hat auch damit zu tun, dass das Unternehmen im dritten Geschäftsquartal noch stärker gewachsen ist, als es die jüngste Voraussage hätte erwarten lassen. Der Umsatz ist von April bis Juni um mehr als ein Viertel auf 7,9 Milliarden Euro gestiegen, nachdem die Metro die Erwartungen für das gesamte Geschäftsjahr vor einem Monat schon von 15 auf 17 bis 22 Prozent Umsatzanstieg erhöht hatte. Damals stieg der Aktienkurs in Folge der Ankündigungen um etwa vier Prozent, gestern gab es angesichts der bereits eingepreisten Erwartungen kaum noch Bewegung.

Das deutliche Wachstum verdankt die Metro zum einen deutlichen Preissteigerungen, die derzeit die Verbraucher in Deutschland belasten, zum anderen aber auch der Tatsache, dass das Geschäft mit Hotels und Restaurants wieder deutlich besser läuft. Das war aber auch zu erwarten, weil es im vergangenen Jahr deutlich unter den Beschränkungen für Gastronomen in der Pandemie gelitten hatte. Allein die Belieferung ist um fast zwei Drittel gewachsen, und der Teil macht mittlerweile mehr als 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus. „Metro wächst signifikant über alle Kanäle und Segmente hinweg, wir verkaufen mehr Waren und wir sehen bemerkenswerte Geschäftserfolge in den Ländern“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Steffen Greubel. Natürlich entfallen die Steigerungen vor allem auf Westeuropa und den deutschen Markt, während Russland nur noch ein Plus von drei Prozent verzeichnet.  Das dortige Geschäft hat auch nichts mehr zu der Steigerung beim bereinigten operativen Gewinn beigetragen, der um etwa ein Drittel auf 441 Millionen Euro gestiegen ist.