Metro: Real soll bis Mai 2019 verkauft sein

Die Pläne der Metro: Real soll bis Mai 2019 verkauft sein

Metro-Chef Olaf Koch veranschlagt für die Veräußerung der SB-Warenhaustochter sechs bis acht Monate. Ein Verbleib im Konzern würde für beide Unternehmen keinen Sinn ergeben, sagt der Manager.

Bis Mai des kommenden Jahres will die Führung des Handelskonzerns Metro den Verkauf der SB-Warenhauskette Real perfekt gemacht haben. Das sagte Metro-Chef Olaf Koch am Freitag in einer Telefonkonferenz. Sechs bis acht Monate könne es dauern, bis der Deal unter Dach und Fach sei. Man werde nun Berater und Banken beauftragen, kündigte der Metro-Chef an. Über mögliche Kaufkandidaten sagte er noch nichts. Es gebe aber Interesse an Real.

Ein Verbleib bei der Metro wäre für beide Unternehmen nicht der richtige Schritt, so Koch. Für die Metro nicht, weil die sich auf das Großhandelsgeschäft konzentrieren möchte, für Real nicht, weil die SB-Warenhauskette dann eben auch nicht mehr Kerngeschäft ist. Das bedeutet: Immer dann, wenn es ums Geld geht, beispielsweise um Investitionen in Wachstum, gäbe es für Real nur dann finanzielle Mittel, wenn was übrig wäre. „Die Metro will nicht mehr in Real investieren“, heißt es im Umfeld der Tochter.

Vermutlich will das auch Daniel Kretinsky nicht mehr. Der neue Metro-Aktionär wird mit einer Ebitda-Marge von zwei Prozent (das ist das Verhältnis von Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zum Umsatz) nicht auf Dauer zufrieden sein. Koch sagte in der Telefonkonferenz zwar, es habe zum Thema Real keine Gespräche mit dem neuen Investor gegeben. Aber auf die Frage, ob der geplante Verkauf auch im Interesse des Tschechen sei, antwortete Koch: „So etwas geschieht immer in Abwägung der Interessen des Unternehmens und der Anteilseigner“.

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Der Verkauf ist also beschlossene Sache. Ob Kochs Plan funktioniert, das Warenhausgeschäft zusammen mit den Immobilien an einen einzigen Interessenten abzugeben, darf bezweifelt werden. Denn von den 65 Immobilien, die als Vermögenswert gelten,  gehören nur etwa zwei Drittel der Metro-Immobiliengesellschaft Metro Properties beziehungsweise Investoren, die damit verbandelt sind. Der Rest entfällt auf die drei Gebrüder Viehof. Ihr 2010 gestorbener Vater Eugen Viehof hatte 1962 zusammen mit seinem Schwager den Selgros-Großhandel gegründet, aus dem später die Allkauf-Warenhäuser hervorgingen. 1998 vekaufte Eugen Viehof das Geschäft für umgerechnet 1,25 Milliarden Euro an die Metro, die aus Allkauf Real machte. Aber die Immobilien blieben den Viehofs, die unbestätigten Informationen zufolge dafür jährlich mehr als 100 Millionen Euro Miete kassieren.

Koch glaubt, dass Real fit genug ist für eine eigenständige Zukunft. Die neue Entgeltstruktur sei dafür der letzte Baustein gewesen, so der Metro-Chef. Neue Entgeltstruktur heißt unter anderem: Neu eingestellte Mitarbeiter werden schlechter bezahlt (Koch: „Aber besser als bei manchen Wettbewerbern“), was zu einer Senkung der Personalkosten geführt hat. Eine Milliarde Euro hätten diese Aufwendungen vorher betragen, sagte Koch. Jetzt sind es angeblich noch etwa 750 Millionen Euro. Koch nannte außerdem zum wiederholten Mal das rasante Online-Wachstum, das Markthallen-Konzept, das aus Krefeld auf andere Standorte übertragen werde, und die Einkaufs- und Beschaffungskooperation mit sechs anderen Unternehmen in der Gesellschaft RTG als Pfeiler für eine erfolgreiche Real-Zukunft.

Was einen möglichen Kaufpreis angeht: „Dank Real.de könnten etwa 400  Millionen Euro möglich sein“, sagt der Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. Kaufland sei ein möglicher Kandidat, der Interese zumindest an Teilen von Real haben könnte, so Heinemann. Auch die im Familienbesitz befindliche Handelsgruppe Dohle aus Siegburg mit den Hit-Verbrauchermärkten gilt als ein möglicher strategischer Investor, der mit einer Real-Übernahme weiße Flecken auf der eigenen Unternehmenslandkarte beseitigen könnte.