Metro-Pläne: Wie geht es mit der Warenhauskette Real weiter?

Metro-Pläne mit der Warenhausklette : Real-Verkauf: erst das Geschäft, dann die Immobilien?

Über Monate hat Metro-Chef Olaf Koch stets beteuert, er wolle die Warenhauskette Real als Ganzes verkaufen. Jetzt wächst offenbar die Gefahr, dass Real doch zweigeteilt und an verschiedene Unternehmen abgegeben wird.

Jedenfalls ist dem Vernehmen nach mit der Redos-Gruppe einer der potenziellen Immobilieninvestoren abgesprungen. Und das „Handelsblatt“ berichtet darüber, dass die Metro das Real-Geschäft für 99 Millionen Euro an den Einkaufsverbund Markant abgeben und zuvor eine Finanzspritze von 300 Millionen Euro leisten könnte. Damit würde die Metro also sogar noch Geld drauflegen, um die ungeliebte Tochter loswerden zu können. Die Metro äußert sich zu den Berichten weiterhin nicht und verweist stets nur auf die laufenden Gespräche.  

Der Vorteil der angedachten Variante: Werden Geschäft und Immobilien getrennt voneinander veräußert, schwindet die Furcht der Metro-Verantwortlichen. Die Furcht davor, dass bei einem Komplett-Verkauf an einen Immobilien-Investor – der sich ohnehin nicht für das Warenhausgeschäft interessiert – dieser die Kette doch zerschlagen und einzelne Filialen oder Filialpakete abgeben könnte. Die Gefahr wäre bei einem Verkauf des Geschäftes an einen strategischen Investor zumindest vorerst gebannt. Ein Befürworter des Verkaufs an Markant wäre der Real-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Werner Klockhaus. Der und seine Mitstreiter im Arbeitnehmer-Lager des Unternehmens wünschen sich einen strategischen Investor, der Real langfristig erhält. „Dem werden wir als Betriebsräte und Arbeitnehmervertreter unsere Hilfe anbieten“, hat Klockhaus angekündigt und ausdrücklich den Namen Markant genannt.

Als potenzieller Interessent gilt aber nicht nur der Einkaufsverbund;  auch die Schwarz-Gruppe mit den Handelstöchtern Lidl und Kaufland hat Interesse angemeldet. Lionel Souque, Chef der Kölner Rewe-Gruppe, hatte in der vergangenen Woche erklärt, auch Rewe könnte Real-Häuser übernehmen, wenn der angestrebte Komplettverkauf platzen würde.  Aber beide Gruppen würden eher von einem Investor aus der Immobilienbranche einzelne Häuser übernehmen, nicht das komplette operative Geschäft.

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