Interesse von Finanzinvestoren besteht: Metro könnte Kaufhof noch in diesem Jahr abstoßen

Interesse von Finanzinvestoren besteht: Metro könnte Kaufhof noch in diesem Jahr abstoßen

Frankfurt/Main (RPO). Der Handelskonzern Metro könnte seine Warenhaussparte Kaufhof noch in diesem Jahr abstoßen. Sollten die Finanzmärkte nicht erneut zusammenbrechen, werde die Tochter 2010 verkaufsfähig sein, sagte Metro-Vorstandschef Eckhard Cordes. Interessiert seien Finanzinvestoren, die den Kauf inzwischen finanzieren könnten. Kontakte gebe es bereits seit dem Jahr 2008.

Cordes will die profitable Tochter schon länger verkaufen, hat aber stets betont, dabei nicht unter Druck zu stehen, berichtet die "Financial Times". Nach seinen Worten gibt es derzeit keine formellen Verhandlungen mit Interessenten. Ihm zufolge könnten die Investoren auch interessiert sein, bestimmte Warenhäuser des Konkurrenten Karstadt zu übernehmen. Dies wollte ursprünglich auch Cordes. Allerdings will der Insolvenzverwalter des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Klaus Hubert Görg, die Filialen in einem Paket verkaufen, weshalb Metro nicht daran interessiert ist.

In dem Interview sagte Cordes, es sei nach wie vor sinnvoll, Galeria Kaufhof mit Teilen von Karstadt zusammenzuführen. "Das ist nichts Neues." Vor der Insolvenz von Arcandor im vergangenen Jahr hatte es Gespräche über die Bildung einer Deutschen Warenhaus AG gegeben. Schon damals wollte Cordes aber nicht alle Häuser übernehmen; außerdem gab es Meinungsverschiedenheiten über den Kaufpreis. Wenig später musste Arcandor Insolvenz anmelden.

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Real leidet unter Preiskampf

Cordes berichtete in dem Interview, dass das Sparprogramm Shape 2012 gute Fortschritte mache. Die Verbesserungen bei der Supermarktkette Real liegen nach seinen Worten im Plan. Es sei aber "absolut offen", ob die Sparte verkauft werden könnte, wurde der Manager zitiert. Die SB-Warenhäuser leiden unter dem brutalen Wettbewerb der Discounter in Deutschland, der auch Real zu Preissenkungen im Billigsegment zwingt.

(AP/awei)