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Gewinn von 33 Millionen Euro: Metro kämpft sich in die Gewinnzone zurück

Gewinn von 33 Millionen Euro : Metro kämpft sich in die Gewinnzone zurück

Der Handelsriese Metro hat sich nach einer langen Durststrecke dank seines Umbaus wieder aus der Verlustzone gekämpft.

Trotz der anhaltenden Rezession in vielen europäischen Ländern zeigte sich Konzernchef Olaf Koch deshalb zuversichtlich, dass die Metro in ihrem bis September laufenden Rumpfgeschäftsjahr wie geplant leicht zulegen wird. Er will die Metro mit deren Töchtern Media-Saturn, Kaufhof und Real nach der Spar-Ära seines Vorgängers Eckhard Cordes auf Umsatz trimmen. Doch das kostet auch Geld und riss die Metro 2012 so tief ins Minus wie nie zuvor. Doch von April bis Juni dieses Jahres schaffte der Konzern nun auch netto die Trendwende und verbuchte einen Gewinn von 33 Millionen Euro, wie die Düsseldorfer am Donnerstag mitteilten. Im Vorjahresquartal war noch ein Fehlbetrag von 18 Millionen Euro angefallen. Die Neuigkeiten kamen an der Börse gut an: Der Metro-Kurs stieg am Morgen um rund fünf Prozent.

Koch hatte der Metro einen Kulturwandel verordnet. Wachstum soll etwa durch eine Preis- und Internetoffensive bei der Elektroniktochter Media-Saturn, mehr Service im Großhandel und ein verändertes Sortiment bei Kaufhof erreicht werden.

Rezession in Europa

Randgeschäfte gab Koch hingegen ab, er verkaufte das Osteuropa-Geschäft der Supermarktkette Real und zog einen Schlussstrich unter die verlustreichen Expansionspläne der Elektronikkette Media-Saturn in China. All das hinterlässt Spuren in der Bilanz. Und auch die Rezession in Europa geht an der Metro nicht spurlos vorüber. "Die verfügbaren Einkommen und die Kaufkraft unserer Kunden waren nahezu überall in Europa durch staatliche Sparmaßnahmen weiterhin belastet", sagte Koch, der sich aber insgesamt zufrieden mit der Geschäftsentwicklung zeigte.

Beim Umsatz zulegen konnte die Metro aber nur in der Region Asien und Afrika. In Deutschland sanken die Erlöse um 2,4 Prozent. Federn ließen hier insbesondere die Großhandelsmärkte, für die Koch persönlich die Verantwortung übernommen hat und die 2013 zumindest auf dem Heimatmarkt die Trendwende schaffen sollen.

Rückgang im operativen Geschäft

Auch machten sich das frühe Ostergeschäft bemerkbar sowie die Einzelhandelsstreiks, die insbesondere Real beeinträchtigten. Insgesamt sank der Umsatz um 3,6 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro, damit aber nicht so stark wie von Analysten erwartet. Auch der Rückgang im operativen Geschäft (Ebit) war nicht so stark wie gedacht. Der Gewinn vor Sonderfaktoren sank auf 276 von 315 Millionen Euro. Neben Umsatzrückgängen machte Metro dafür auch die Preiskampagnen insbesondere bei Media Markt und Saturn verantwortlich, deren operativer Verlust auf 94 von 59 Millionen Euro stieg - höher als von Analysten gedacht.

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Der Konzern habe seine Bilanz weiter deutlich gestärkt und insgesamt habe sich das Geschäft positiv entwickelt, bilanzierte Koch. "Auch deshalb sind wir unverändert überzeugt davon, dass wir die für das Rumpfgeschäftsjahr angepeilte Umsatz- und Ergebnisprognose erreichen können." Bis Ende September erwartet er ein moderates Umsatzwachstum. Dem operativen Ertrag vor Sonderfaktoren sollen Immobilien-Verkäufe auf die Sprünge helfen und ihn so über den Vorjahreswert von 706 Millionen Euro heben.
Handelskonzerne fahren den Löwenanteil ihres Gewinns im vierten Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft ein. Dieses fällt bei der Metro dann in das neue Geschäftsjahr 2013/2014.

(REU)