Metro-Hauptversammlung: Aktionäre stimmen für Aufspaltung

Hauptversammlung in Düsseldorf : Metro-Aktionäre stimmen über Aufspaltung ab

Der Handelsriese Metro will sich aufspalten und damit nach Jahren der Stagnation wieder wachsen. Konzernchef Olaf Koch warb auf der Hauptversammlung am Montag in Düsseldorf um die Zustimmung der Aktionäre für den großen Schritt.

UPDATE: In einer vorherigen Fassung dieses Artikels schrieben wir, dass die Aktionäre bereits für die Aufspaltung gestimmt haben. Dies war falsch. Richtig ist: Noch ist keine Entscheidung gefallen. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Metro-Chef Olaf Koch warb für die Aufspaltung des einst größten deutschen Handelskonzerns. Die Anteilseigner hätten die Möglichkeit, "eine vollkommen neue Episode" in der Unternehmensgeschichte zu starten, sagte der Vorstandsvorsitzende auf dem Aktionärstreffen. Die Aufteilung werde den beiden künftigen Unternehmen ermöglichen, schneller, kundenorientierter und damit erfolgreicher zu agieren.

Die Abstimmung über die geplante Aufspaltung war das wichtigste Thema auf der Hauptversammlung. Aus dem Traditionskonzern sollen nun zwei selbstständige Unternehmen hervorgehen: Ein Lebensmittelspezialist, zu dem neben den Metro-Großmärkten auch die Real-Supermärkte gehören, und ein Elektronikhändler mit den Ketten Media Markt und Saturn. Beide Firmen dürften dann im MDax notiert sein.

Ceconomy Europas größter Elektronikhändler vereint Media Markt, Saturn und Redcoon unter einem Dach und soll künftig Ceconomy heißen. Die Zentrale der Holding steht in Düsseldorf. Vorstandschef wird Media-Saturn-Chef Pieter Haas, an der Spitze des Aufsichtsrats soll der ehemalige Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen stehen.

Media-Saturn fuhr zuletzt einen Jahresumsatz von rund 21,9 Milliarden Euro ein - gut ein Drittel des Konzernumsatzes der Metro. Mit rund 65.000 Mitarbeitern und insgesamt mehr als 1000 Märkten ist die Kette in 15 Ländern Europas vertreten. Mehr als die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet sie außerhalb des deutschen Heimatmarktes. Media-Saturn setzt auf eine enge Verknüpfung zwischen Online-Geschäft und den lokalen Filialen, knapp zwei Milliarden Euro Umsatz kommen aus dem Online-Geschäft.

Metro kontrolliert fast vier Fünftel der Media-Saturn-Anteile, gut ein Fünftel gehört dem streitbaren Media-Saturn-Mitgründer Erich Kellerhals. Dieser liefert sich seit Jahren mit Metro einen erbitterten Machtkampf um das Sagen bei Media-Saturn. Immerhin: Der Investor Clemens Vedder versucht, als Vermittler neue Lösungsmöglichkeiten auszuloten.

So wird die neue Konzernstruktur aussehen. Foto: Ferl

Lebensmittel und Großhandel Metro-Chef Olaf Koch soll auch den neuen Großhandels- und Lebensmittel-Spezialisten leiten, der weiter unter dem Namen Metro firmiert. Dieser soll abgespalten werden und vor allem die Cash&Carry-Märkte sowie die Supermarkt-Kette Real umfassen. Cash&Carry betreibt rund 750 Großhandelsmärkte in 25 Ländern - darunter Wachstumsmärkte wie China oder Indien. Auch in Osteuropa, vor allem aber in Russland, hat die Kette eine starke Position.

Cash&Carry erzielte zuletzt mit rund 29 Milliarden Euro gut die Hälfte der Erlöse des Metro-Konzerns, rund 107.000 Menschen arbeiten für die Kette. Koch hatte Cash&Carry eine stärkere Orientierung an Dienstleistungen verordnet, unter anderem durch Belieferung der Kunden soll die Firma wachsen. Die Supermarkt-Kette Real galt lange Zeit als das Sorgenkind der Metro. Sie betreibt rund 282 Märkte in der Bundesrepublik, das Auslandsgeschäft hat Koch bereits verkauft.

Der Umsatz sank im vergangenen Geschäftsjahr um 3,3 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. Koch modernisiert derzeit die Real-Märkte.

Koch betonte, die Strategien der beiden Unternehmen seien inzwischen "so unterschiedlich, wie sie nur seien können". Deshalb mache es keinen Sinn, sie weiter unter einem Dach zusammenzuhalten. Hier sei die Aufspaltung der richtige Schritt.

(maxk/dpa/reu)
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