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Metro-Gewinn schrumpft um 17 Prozent

Handelskonzerne : Metro-Gewinn schrumpft um 17 Prozent

Dennoch will der Handelskonzern eine unveränderte Dividende zahlen. Ceconomy übernimmt derweil die Elektronikkette MediaSaturn ganz und einigt sich nach Jahren des Streits mit der Familie Kellerhals.

Der scheidende Metro-Chef Olaf Koch legt den Anlegern in der Corona-Krise eine Dividende unter den Weihnachtsbaum. Der Großhandelsriese will seinen Anteilseignern für das Geschäftsjahr 2019/20 eine unveränderte Dividende von 70 Cent je Aktie zahlen, wie er am Montag mitteilte. Möglich wird dies auch durch die Einnahmen aus dem Verkauf des China-Geschäfts, denn der Konzern verbuchte durch die aus der Pandemie resultierenden Belastungen für wichtige Kundengruppen wie Hotels und Restaurants Rückgänge in seinem Geschäft. Im neuen Geschäftsjahr 20/21 rechnet der Konzern nun mit einem leichten Umsatzminus, für den bereinigten operativen Gewinn wird ein Rückgang im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erwartet.

Die Metro verbuchte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang um 5,4 Prozent auf 25,6 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte. Der Gewinn schrumpfte um 16,8 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente der Konzern durch den Verkauf des Mehrheitsanteils an seinem China-Geschäft nach Minderheiten 460 Millionen Euro.

Die Metro wird nun vom Jahreswechsel an von einer Doppelspitze geführt, bis ein Nachfolger für Koch gefunden ist. Die Vorstände Christian Baier und Rafael Gasset übernehmen ab Januar gemeinsam für die Interimszeit die Position des Vorstandsvorsitzenden. Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann sucht einen Nachfolger für Koch.

Koch hatte im August angekündigt, Metro zum Jahresende verlassen zu wollen. Danach hatte Großaktionär Daniel Kretinsky mit einer Übernahmeofferte mehr als 40 Prozent der Metro-Anteile eingesammelt. Er kann damit weiter Aktien zukaufen und seinen Griff um Metro festigen. Koch war 2012 auf den Chefposten der damaligen Metro gerückt und hatte den weit verzweigten und hoch verschuldeten Konzern zu einem reinen Großhändler umgebaut.

Auch bei Ceconomy gibt es im neuen Jahr einen Wechsel: Der Aufsichtsrat will Thomas Dannenfeldt als neuen Chef an seine Spitze holen. Der Telekom-Manager solle damit auf Jürgen Fitschen folgen. Den Aktionären soll er bei der Hauptversammlung am 17. Februar als neues Mitglied vorgeschlagen werden und anschließend zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt werden.

Zudem wird bei der Ceconomy ein alter Streit beigelegt: Die Elektronik-Handelskette MediaSaturn gehört ihr künftig ganz. Der Düsseldorfer Konzern einigte sich nach jahrelangem Tauziehen mit der Media-Markt-Gründerfamilie Kellerhals auf die Übernahme der restlichen 21,6 Prozent der Anteile an MediaSaturn, wie Ceconomy am Montagabend mitteilte. Dafür bekommt die Kellerhals-Familienholding Convergenta eine Beteiligung von 25,9 Prozent an Ceconomy, Wandelanleihen im Wert von 160 Millionen Euro und 130 Millionen Euro in bar. Ceconomy bezifferte den Wert der Transaktion auf Basis des aktuellen Ceconomy-Aktienkurses auf insgesamt 815 Millionen Euro. Convergenta wolle die Beteiligung bis auf 29,9 Prozent aufstocken.

(dpa/rtr)