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Spitzentreffen mit Sarkozy: Merkel: Staat soll sich bei Airbus raushalten

Spitzentreffen mit Sarkozy : Merkel: Staat soll sich bei Airbus raushalten

Berlin (RP). Wenn die Kanzlerin heute im Airbus-Werk im südfranzösischen Toulouse mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy zusammentrifft, stehen zwei gleich Streitthemen im Mittelpunkt, die sich an einem Tag nicht ausräumen lassen werden: die Zukunft von Airbus und die Zukunft des Euro.

Angela Merkel will in ihrem ersten deutsch-französischen Gipfelgespräch mit Sarkozy darauf dringen, dass Airbus und seine Muttergesellschaft, der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, politisch möglichst unabhängig geführt wird. Sarkozy will den Einfluss Frankreichs auf EADS stärken.

"Es geht darum, dass das Unternehmen nach unternehmerischen und nicht nach politischen Erwägungen geführt wird", sagte Merkel dem "Handelsblatt". EADS wird paritätisch von Deutschen und Franzosen geführt. Die Struktur gilt als ineffizient. Als Lösung soll ein Franzose den EADS-Verwaltungsrat, ein Deutscher den EADS-Vorstand und ein weiterer Franzose Airbus Industries leiten. Ob Sarkozy dem Konstrukt zustimmt, ist ungewiss.

Zweiter Streitpunkt ist der Euro. Die Währung befindet sich Rekordfahrt. Für einen Euro gibt es derzeit rund 1,38 US-Dollar - gut für Touristen, schlecht für die europäische Exportwirtschaft.

Sarkozy macht den Höhenflug für Wachstumsprobleme der französischen Wirtschaft verantwortlich und beauftragte seine Wirtschaftsministerin Christine Lagarde, eine Gegengewichts-Strategie zur Europäischen Zentralbank zu entwickeln. Diesem Versuch erteilte Merkel eine Abfuhr: Die Unabhängigkeit der Institution sei wichtig, um die Bevölkerung vor Inflation zu schützen.