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Umfrage: Mehrheit der Deutschen gegen Tarifeinheit

Umfrage : Mehrheit der Deutschen gegen Tarifeinheit

Berlin (RPO). Die Mehrheit der Deutschen lehnt gesetzlich vorgeschriebene Einheits-Tarifverträge ab. 56 Prozent befürworteten es, dass in einem Betrieb für unterschiedliche Berufsgruppen verschiedene Tarifverträge gelten dürften, ergab eine Umfrage.

Dreiviertel der Deutschen seien darüber hinaus dafür, dass die Mitglieder einzelner Berufsgruppen auch streiken dürfen. Das ergab eine am Montag vorgestellte repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der Ärztegewerkschaft Marburger Bund in Berlin.

Im Juni vergangenen Jahres hatte das Bundesarbeitsgericht (BAG) das Prinzip der Tarifeinheit gekippt, wonach es für einen Betrieb nur einen Tarifvertrag geben darf. Diese Gerichtsentscheidung stärkt vor allem Spartengewerkschaften, deren Mitglieder Schlüsselpositionen in Unternehmen besetzen, wie den Marburger Bund für Krankenhausärzte oder die Lokführer-Gewerkschaft GDL.

Arbeitgeber und Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) fordern, per Gesetz wieder Tarifeinheit herzustellen. Im April will sich das Bundeskabinett mit dem Thema befassen.

Die große Mehrheit der Bürger hingegen sehe "das Ende der Tarifeinheit gelassen und unterstützt die Vielfalt berufsspezifischer Tarifverträge", kommentierte der erste Vorsitzende des Marburger Bunds, Rudolf Henke, die Umfrageergebnisse. Die Forderung nach einem Tarifeinheits-Gesetz finde keinen Widerhall in der Bevölkerung.

(AFP/jre)