Papier soll im September veröffentlicht werden: Mehdorn kündigt neuen BER-Zeitplan an

Papier soll im September veröffentlicht werden : Mehdorn kündigt neuen BER-Zeitplan an

Der Berliner Flughafenchef Hartmut Mehdorn hat "bis etwa September" einen neuen Zeitplan für die Eröffnung des Hauptstadtflughafens angekündigt. Die Geschäftsführung werde dem Aufsichtsrat dann ein Papier mit überarbeitetem Geschäftsmodell sowie einem Zeit- und Kostenplan vorlegen.

Das sagte Mehdorn am Mittwoch in einer Anhörung des Bau- und Verkehrsausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses. Mehdorn kritisierte den langen Stillstand bei den Arbeiten im Abfertigungsgebäude. Er äußerte die Befürchtung, dass zwei Landebahnen auf Dauer nicht ausreichen werden.

Seit der Absage der Flughafeneröffnung im Mai 2012 wegen gravierender Mängel beim Brandschutz habe es im Terminal kaum einen Fortschritt gegeben. "Ich verstehe eigentlich nicht, warum in den letzten zwölf Monaten nichts oder ganz wenig gemacht worden ist", sagte Mehdorn. Zur Arbeit von Technik-Geschäftsführer Horst Amann, der seit August 2012 im Amt ist, äußerte sich Mehdorn nicht direkt.

Ohne Amanns Namen zu nennen, betonte er jedoch: "Ich habe nie gesagt, dass ich einen Vorstand rauswerfen möchte." Entsprechende Presseberichte träfen nicht zu. Mehdorn deutet an, dass es in der Geschäftsführung unterschiedliche Vorstellungen darüber gibt, wie der Flughafen am besten fertiggestellt werden könne. An diesem Donnerstag tagen der Präsidial- und Projektausschuss des Aufsichtsrats. Dort dürfte das Thema zur Sprache kommen.

Mehdorn hielt an seiner Vorstellung fest, den neuen Flughafen in Schönefeld schrittweise zu eröffnen. "Ich glaube schlicht nicht daran, dass man innerhalb von 24 Stunden aus zwei Flughäfen einen machen kann", sagte er.

Frachtzentrum soll als erstes umziehen

Als erstes wolle er das Frachtzentrum des alten Schönefelder Flughafens auf das neue Gelände umziehen lassen. Anschließend könne man eine Fluggesellschaft vom Nordpier des neuen Aiports fliegen lassen. Man führe dazu Gespräche mit Easyjet, Condor und Norwegian Airlines. Alle drei sind bereits in Schönefeld angesiedelt. Im Nordpier des neuen Airports werde in den nächsten zweieinhalb Monaten eine Brandschutzanlage eingebaut, sagte Mehdorn. Sie sei Bedingung für eine Teileröffnung.

Zumindest die deutschen Fluggesellschaften sind jedoch gegen eine Inbetriebnahme in Etappen. Eine vorweggenommene Eröffnung des Nordpiers bringe weder den Unternehmen noch den Passagieren Vorteile, teilte der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) mit.
"Der Parallelbetrieb von Tegel, Schönefeld und einem Teil des BER spart keine Kosten, sondern würde nur zusätzliches Geld kosten", kritisierte BDF-Präsident Ralf Teckentrup.

Mehdorn versicherte, am Konzept eines einzigen Flughafens für Berlin festhalten zu wollen. "Ich habe nie gesagt, Tegel muss offen bleiben." Er wolle aber über die künftige Rolle nachdenken dürfen.
Tegel soll nach gültiger Planfeststellung spätestens sechs Monate nach der Inbetriebnahme des neuen Flughafens schließen. Mehdorn hatte dies seit Amtsübernahme im März mehrmals infrage gestellt.

Zur Kapazität des Flughafens sagte Mehdorn: "Der BER ist noch lange ausreichend groß". "Wir werden da in den nächsten fünf bis zehn Jahren an keine Grenzen stoßen", präzisierte er kurz darauf. "Wir werden höchstens mit den zwei Landebahnen an Grenzen kommen", so Mehdorn. Er erinnerte daran, dass es in Berlin mit Tempelhof und Tegel vor wenigen Jahren noch sechs Start- und Landebahnen gab, derzeit seien es immerhin noch vier.

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(dpa/felt/das)
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