Illegale Geschäfte mit Saddam: Medizingerätehersteller B. Braun Melsungen im Visier

Illegale Geschäfte mit Saddam: Medizingerätehersteller B. Braun Melsungen im Visier

Berlin (RP). Wegen angeblich illegalen Geschäften mit dem inzwischen hingerichteten irakischen Diktator Saddam Hussein wird jetzt auch gegen die B. Braun Melsungen AG ermittelt. Das Unternehmen stellt medizinische Geräte her. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hält Details über die Hintergründe noch zurück.

Vorstandsvorsitzender des hessischen Medizingeräteherstellers ist Ludwig Georg Braun, der auch den Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) führt. Das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe.

Das Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz sei erst im vergangenen Quartal eröffnet worden, berichtet die Zeitung. Aus "ermittlungstaktischen Gründen" gebe die Generalstaatsanwaltschaft keine weiteren Auskünfte.

Das Verfahren reiht sich ein in ähnliche Ermittlungen verschiedener deutscher Staatsanwaltschaften gegen Siemens, Linde, Daimler-Chrysler und eine Reihe kleiner und mittlerer Unternehmen.

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Auch gegen das jetzige zu Bayer gehörende Pharmamunternehmen Schering wird ermittelt. Das Verfahren steht nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft aber vor der Einstellung.

Hintergrund ist der Korruptionsvorwurf gegen mehr als 2000 Unternehmen aus vielen Ländern im Zusammenhang mit dem milliardenschweren "Öl für Lebensmittel"-Programm der Vereinten Nationen für den Irak. Vor gut einem Jahr wurde ein Untersuchungsbericht veröffentlicht, nach dem auch 63 deutsche Unternehmen Schmiergelder gezahlt haben sollen.

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(afp)
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