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Konsequenzen nach EnBW-Affäre: Mappus' Banker Notheis nimmt Auszeit

Konsequenzen nach EnBW-Affäre : Mappus' Banker Notheis nimmt Auszeit

Der offensichtlich überteuerte Kauf von Anteilen an dem Energieversorger EnBW durch das Land Baden-Württemberg im Dezember 2010 hat den Bankmanager Dirk Notheis so unter Druck gebracht, dass er selbst Konsequenzen zieht.

Der Deutschland-Chef der Investmentbank Morgan Stanley, der das Land bei dem Deal beraten hatte, bat den Aufsichtsrat um eine Auszeit. Wie lange Notheis seine Amtsgeschäfte ruhen lässt, ist offen; Branchenexperten rechnen bereits mit einem Rücktritt des Managers.

Für den EnBW-Deal, der unter dem Strich rund sechs Milliarden Euro gekostet haben dürfte, hat Morgan Stanley als Beraterbank ein Honorar von fast 13 Millionen Euro kassiert. Auf die Erteilung des Beratungsmandats soll Notheis vehement beim damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) gedrungen haben.

Den Anteilskauf durch das Land (Verkäufer war der französische Konzern EdF) prüft derzeit ein Untersuchungsausschuss im Stuttgarter Landtag, nachdem der baden-württembergische Staatsgerichtshof ihn als verfassungswidrig beurteilt hatte, weil das Parlament umgangen worden war.

Notheis und Mappus kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei der Jungen Union. Notheis war von 1994 bis 1999 deren Vorsitzender in Baden-Württemberg. Als Bank-Manager hat er eine steile Karriere hinter sich. Nach seinem Einstieg bei der Südwestdeutschen Genosenschafts-Zentralbank kam der promovierte Ökonom 1999 zu Morgan Stanley und rückte vor sechs Jahren in den Vorstand, dessen Führung er im Februar 2009 übernahm.

"Wir sind mit der Wahl von Dirk Notheis als neuem Deutschlandchef sehr glücklich", sagte damals der Aufsichtsratsvorsitzende Lutz Raettig, der jetzt vorläufig die Geschäfte in Deutschland führen wird.

(RP/pst)