1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

"Manager-Magazin" 2021: So viele Milliardäre in Deutschland wie nie

Liste des „Manager-Magazin“ : So viele Milliardäre gab es in Deutschland noch nie

Die Geschwister Susanne Klatten und Stefan Quandt sind laut „Manager-Magazin“ gegenwärtig die reichsten Deutschen. Mehr als 34 Milliarde Euro schwer sind die beiden.

Zu den wirtschaftlich schlimmen Folgen der Corona-Krise gehört, dass viele in der Pandemie entweder in Kurzarbeit gehen mussten oder ihren Job gleich komplett verloren und um ihre Existenz mehr bangen mussten denn je. Das gilt für einen Teil der Bevölkerung. Am anderen Ende des Pols befinden sich die Superreichen, deren Vermögen sich in der Pandemie sogar noch vergrößert hat. Nach Angaben des „Manager-Magazins“ gibt es in Deutschland aktuell so viele Milliardäre wie noch nie. 213 seien es aktuell, ein Zuwachs von 24 gegenüber dem Vorjahr. Wobei die Reichen in der Statistik nicht immer Einzelpersonen sind, sondern womöglich auch das Ergebnis von gebündeltem Familienvermögen.

Das Magazin hat aktuell eine Liste mit den 500 reichsten Deutschen veröffentlicht, deren Vermögen in der Spitze immerhin einen deutlich zweistelligen Milliardenbetrag ausmacht. Die 100 reichsten kommen laut „Manager-Magazin“ zusammengerechnet auf mehr als 722 Milliarden Euro, 19 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

In der Liste stehen ganz oben  Susanne Klatten und Stefan Quandt, die der breiten Öffentlichkeit vor allem als Großaktionäre beim Autobauer BMW bekannt sind. Mehr als 34 Milliarden schwer sind die Geschwister, und sie haben damit den Angaben zufolge zum ersten Mal nach drei Jahren die Familie Reimann vom Spitzenplatz verdrängt, die über eine Holding große Teile des amerikanischen Parfümeriekonzerns Coty halten. Lidl-Gründer Dieter Schwarz  (33,5 Milliarden Euro) folgt auf Rang zwei vor dem Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne (33 Milliarden Euro) und den Reimanns (rund 29 Milliarden Euro).

 Stefan Quandt.
Stefan Quandt. Foto: picture alliance/dpa/AFP POOL/Thomas Lohnes

In beiden Fällen macht sich die Börsenentwicklung des vergangenen Jahres bemerkbar. Bei Coty hat sich der Marktwert binnen zwölf Monaten fast verdreifacht (nachdem er bis Ende September 2020 freilich auch auf ein Rekordtief gerauscht war), die BMW-Aktie ist im gleichen Zeitraum um ein Drittel teurer geworden. In Zeiten wie diesen, in denen die Kurse am Aktienmarkt von der andauernden Niedrigzinsphase und großer Liquidität getrieben werden (bei zwischenzeitlichen Rückschlägen), wächst an der Börse investiertes Vermögen besonders schnell. Und das wird bei großen Aktienpaketen eben besonders deutlich, während die Zinssparer mittlerweile nicht einmal mehr einen Inflationsausgleich für ihre Geldanlage bekommen. Andererseits sind in schlechten Zeiten am Finanzmarkt entsprechende Rückschläge zu befürchten. Die Reimanns haben das erlebt, als der Aktienkurs von Coty im vergangenen Jahr in die Knie ging.

Aber jetzt ist immer noch Hochzeit am Aktienmarkt. Und das mit dem Börsenboom gilt natürlich auch für Unternehmen, die im vergangenen Jahr von der Pandemie profitiert haben. Dazu gehört unzweifelhaft der Impfstoffhersteller Biontech, dessen Börsenwert seit Oktober 2020 um 300 Prozent gestiegen ist. Nicht einmal ein Jahr war das Mainzer Unternehmen seinerzeit börsennotiert, und es hatte erst Anfang 2020 mit der Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffes begonnen. Aber danach ging alles rasend schnell, und davon profitierten  sowohl die Biontech-Gründer als auch große Miteigentümer des Konzerns. Das sind zum einen die Zwillinge Andreas und Thomas Strüngmann, die einst das Pharmaunternehmen Hexal gründeten und deren Biontech-Anteile von etwa 50 Prozent in der Beteiligungsgesellschaft AT Impf liegen. Zum anderen sind es die Biontech-Gründer Ugur Sahin und seine Frau Özlem Türeci, deren Vermögen nach dem großen Erfolg ihres Unternehmens auf 13,5 Milliarden Euro geschätzt wird.