Lufthansa: Große Schlichtung mit Ufo geplatzt - vorerst keine Streiks

Tarifstreit geht weiter : Große Schlichtung bei Lufthansa geplatzt - vorerst keine Streiks

Eine umfassende Einigung im Tarifstreit bei der Lufthansa ist zunächst vom Tisch. Die Gewerkschaft Ufo wollte keinem umfassenden Streikverzicht bei den Lufthansa-Töchtern zustimmen und spricht von „Erpressung“.

Die umfassende Schlichtung für die Flugbegleiter der Lufthansa, die in der vergangenen Woche vereinbart worden war, ist in letzter Minute geplatzt. Das Unternehmen zog in der Nacht seine Zustimmung zurück. Der Grund: Die Gewerkschaft Ufo habe sich nicht eindeutig und unbefristet zu einem Streikverzicht auch bei vier Lufthansa-Töchtern bereit erklärt. Das bestätigte ein Lufthansa-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Ein UFO-Sprecher sprach von "Erpressung" durch die Lufthansa, die "ohne weitere Gegenleistung" einen kompletten Streikverzicht auch bei den Lufthansa-Töchtern gefordert hatte.

Das Unternehmen hält aber weiterhin an der der einseitig ausgelösten sogenannten „kleinen Schlichtung“ fest, die sich ausschließlich um die Tarifthemen drehen soll, für die Ufo vor zwölf Tagen einen zweitägigen Streik veranstaltet hatte. Dazu gehörten mehr Spesen und Zulagen für die Flugbegleiter sowie Wechselmöglichkeiten für Saisonkräfte in reguläre Arbeitsverhältnisse. UFO organisierte Anfang November einen 48-stündigen Streik bei der Kerngesellschaft. Lufthansa musste 1500 Flüge streichen, 200.000 Passagiere waren betroffen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte vergeblich versucht, den Streik gerichtlich verbieten zu lassen. Am ersten Streiktag bot er dann Gespräche an..

Am vergangenen Dienstag hatten beide Seiten dann eine umfassende Schlichtung zu weitaus mehr Themen sowie eine darüberhinausgehende Moderation bei der Lufthansa-Kerngesellschaft vereinbart. Ihren jeweiligen Schlichter hatten beide Seiten noch nicht benannt und sich auf ein langes und kompliziertes Verfahren eingestellt. Auch war der frühere Ufo-Chef Nicoley Baublies entgegen vorheriger Vereinbarungen nicht wieder als Purser eingestellt worden.

Die Ufo will nach Baublies Worten zunächst die neue Situation intern bewerten. Der Verzicht auf die Schlichtung könne nicht das letzte Wort sein, sagte der Ufo-Sprecher. Er wies darauf hin, dass für die vier Lufthansa-Töchter keine Friedenspflicht gelte und daher Streiks erneut möglich seien. Bei der Lufthansa selbst sei die Kabine in der Friedenspflicht, aber dennoch zu Warnstreiks berechtigt.

(juju/dpa/AP)