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Zweites Quartal: Lufthansa-Gewinn schmilzt um fast ein Drittel

Zweites Quartal : Lufthansa-Gewinn schmilzt um fast ein Drittel

Ein Pilotenstreik, billigere Flugpreise und Währungsabwertungen haben dem Lufthansa-Konzern im zweiten Quartal das Ergebnis vermiest. Der Gewinn der größten europäischen Fluggesellschaft schrumpfte von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Drittel auf noch 173 Millionen Euro.

Das teilte der Konzern am Donnerstag in Frankfurt am Main bekanntgab. Das operative Ergebnis schrumpfte demnach um 16,9 Prozent auf 359 Millionen Euro. Gleichzeitig verringerte sich der Umsatz den Angaben zufolge nur leicht, er ging um 1,7 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro zurück. Das zweite Quartal sei von "außergewöhnlichen Belastungen" geprägt gewesen, erklärte Finanzvorstand Simone Menne.

Der dreitägige Pilotenstreik im April schlug Konzernangaben zufolge mit 60 Millionen Euro zu Buche. Abwertungen des venezolanischen Bolivars hätten weitere 61 Millionen Euro gekostet. Hinzu kommen demnach noch die Überkapazitäten für Routen in fast alle Himmelsrichtungen: Ein Überangebot und damit verbundene Preisrückgänge gab es laut dem Konzern auf den Amerika-, den Europa- und zuletzt auch den Asien-Pazifik-Strecken.

Die Börse quittierte die überraschend schwachen Quartalszahlen mit einem deutlichen Wertverlust der Lufthansa-Papiere. Die Aktien des Dax-Konzern fielen auf den tiefsten Stand seit September 2013. Gegenüber dem Schlusskurs vom Mittwoch verloren sie zwischenzeitlich um über fünf Prozent und rangierten am Vormittag noch bei 13,52 Euro. Übers gesamte erste Halbjahr hinweg flog die Konzerngruppe, zu der unter anderem auch die Tochter-Airlines Swiss und Austrian Airlines gehören, weiter in der Verlustzone.

Von Januar bis Juni erwirtschaftete die Lufthansa demnach unterm Strich ein Minus von 79 Millionen Euro. Dieses fiel damit aber deutlich geringer aus als noch ein Jahr zuvor, als die Airline einen Verlust von 203 Millionen Euro eingeflogen hatte. Der Umsatz verringerte sich Konzernangaben zufolge im ersten Halbjahr um 2,1 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro. An ihren im Vorfeld herabgesenkten Gewinnerwartungen hält die Lufthansa weiter fest: Der Konzern geht demnach für dieses Jahr einen operativen Gewinn von rund einer Milliarde Euro und für das kommende Jahr von rund zwei Milliarden Euro aus.

Steigender Konkurrenzdruck, vor allem durch Billigflieger und Golf-Airlines, machen der Lufthansa schon länger das Leben schwer. Der Konzern verfolgt deshalb ein großes internes Sparprogramm namens "Score", inklusive Stellenstreichungen und internen Umstrukturierungen. Außerdem hatte Vorstandschef Carsten Spohr Anfang Juli zahlreiche Neuerungen angekündigt, wie mehr Billig-Angebote nach dem Vorbild der Tochter-Marke Germanwings, mehr Luxus bei der Marke Lufthansa und mehr Innovationen im technischen und digitalen Bereich.

(DEU)