Lufthansa-Chef Carsten Spohr stellt billigere Tickets in Aussicht

Carsten Spohr : Lufthansa-Chef stellt billigere Tickets in Aussicht

Trotz der gestiegenen Treibstoffpreise will die Lufthansa ihre Ticketpreise in diesem Jahr senken. Das stellte der Vorstandsvorsitzende, Carsten Spohr, in Aussicht.

"Wir gehen auch in diesem Jahr davon aus, unseren Kunden leicht reduzierte Ticketpreise anbieten zu können", sagte er der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". "Aber der Rückgang dürfte etwas niedriger ausfallen als im vergangenen Jahr."

Es gelte, "jedes Jahr effizienter zu werden", sagte Spohr. Dazu sei es unter anderem nötig, "bei den Personalkosten wettbewerbsfähige und damit zukunftsfeste Strukturen zu schaffen". Der Lufthansa-Chef verwies darauf, dass es bei der Fluggesellschaft teilweise noch Tarifbedingungen aus den Zeiten als "Staatsairline" gebe. Damit aber "können Sie im heutigen Wettbewerb nicht mehr bestehen". Der "Modernisierungsbedarf" bei den Tarifverträgen sei "besonders hoch".

Tarifkonflikt mit Cockpit schwelt seit Jahren

"Es gibt Marktsegmente, in denen Sie mit unseren Personalkosten unserer Kernmarke Lufthansa nicht mehr profitabel sein können", sagte Spohr. "Es werden niedrige Preise von den Kunden erwartet, die entsprechend niedrige Kosten erfordern."

Die Lufthansa befindet sich bereits seit Jahren im Tarifkonflikt mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Im Dezember wurde eine Schlichtung eingeleitet, die formal am Dienstag endet. Es war aber bis zuletzt unklar, ob bereits Ergebnisse verkündet werden oder die Schlichtung möglicherweise verlängert wird. Spohr sagte dazu, er gehe davon aus, "dass es zu keinen größeren Verzögerungen kommt".

Die Pilotengewerkschaft hatte die Lufthansa zuletzt im November an sechs Tagen bestreikt. Tausende Flüge fielen aus.

Die irische Billigfluglinie Ryanair hat derweil eine ganz eigene Vision für die Gestaltung von Ticketpreisen. "Eines Tages sollen alle Tickets bei uns kostenlos sein", sagte Firmenchef Michael O'Leary dem "Handelsblatt" vom Dienstag. "Wir werden das vielleicht nie erreichen, aber das ist zumindest unser Ziel." Ihr Geld solle die Fluggesellschaft dann mit Zusatzleistungen machen, etwa Snacks und Internet an Bord sowie Werbung.

Die Fluggesellschaft hat nicht mehr vor, Langstreckenflüge über den Atlantik anzubieten. "Wir sind zu beschäftigt damit, zu wachsen. Ich habe keine Zeit mehr für Transatlantikflüge", sagte O'Leary. Ryanair wolle sich auf die europäische Kurzstrecke konzentrieren und habe dafür viele Flugzeuge bestellt. "Wir bekommen quasi jede Woche eine neue Maschine geliefert", sagte O'Leary.

Ryanair ist nach Passagierzahlen die größte Airline Europas. Im vergangenen Jahr transportierte das Unternehmen 117 Millionen Menschen. Ryanair bedient zahlreiche Flughäfen in Europa und fliegt daneben auch Marokko an.

(das/AFP/dpa)
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