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Louis Vuitton: Luxuskonzern will Tiffany kaufen

Dachkonzern von Louis Vuitton, Dior und Marc Jacobs : Luxus-Riese LVMH will Tiffany kaufen

Jacky Kennedy und Audrey Hepburn trugen den Schmuck, der Film „Frühstück bei Tiffany“ machte die Ringe von Tiffany weltberühmt. Nun will der Luxuskonzern LVMH, zu dem auch Louis Vuitton gehört, die Marke übernehmen.

Der Luxusgüter-Konzern LVMH erwägt eine Übernahme des New Yorker Juweliers Tiffany & Co. Die französische Gruppe, der Marken wie Louis Vuitton, Moët und Hennessy gehören, teilte am Mittwoch mit, sie habe erste Gespräche geführt. Es sei aber nicht sicher, dass es zu einer Vereinbarung komme. Mit einer Übernahme würde LVMH sein Angebot an Schmuck erweitern und sein Geschäft in den USA vergrößern.

Das „Wall Street Journal“ berichtete von einem Kaufangebot von etwa 14,5 Milliarden Dollar (13 Millionen Euro) oder 120 Dollar pro Aktie. Die Tiffany-Aktie stieg im vorbörslichen New Yorker Handel um 31 Prozent auf 128,81 Dollar. Vertreter von Tiffany lehnten es ab, sich zu dem Bericht zu äußern.

Zuvor hatte LVMH angesichts der Marktgerüchte Vorgespräche bezüglich einer möglichen Transaktion mit Tiffany bestätigt. Es gebe aber keine Garantie dafür, dass die Verhandlungen auch zu einer Vereinbarung führen werden, teilte der Konzern mit. Reuters hatte am Wochenende unter Berufung auf Insider von den Übernahmeplänen berichtet. Die Offerte von 120 Dollar pro Aktie bedeutet einen satten Aufschlag auf die Aktie, die am Freitag mit 98,55 Dollar aus dem Handel ging. Am Montag legte sie auf knapp 127 Dollar zu. LVMH habe ausreichend finanzielle Mittel, um den Deal zu stemmen, sind die Analysten von Cowen überzeugt und rechneten zugleich mit deutlichen Synergieeffekten.

Mehrere Analysten gingen davon aus, dass Tiffany das Gebot zurückweisen könnte, um den Preis in die Höhe zu treiben. Vorstellbar seien 140 bis 160 Dollar pro Aktie. "Tiffany ist möglicherweise die größte Beute und die einzige globale US-Luxus-Marke", schrieben die Experten der Investmentbank Jefferies. Zwar bekam auch Tiffany zuletzt zu spüren, dass chinesische Touristen in den USA weniger Geld ausgaben. Das Geschäft mit Juwelen hat sich gleichwohl im Luxussektor zu einem zügig wachsenden Geschäftsfeld entwickelt.

Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der Luxusgüter-Unternehmen wie Tiffany mit stagnierenden Umsätzen zu kämpfen haben. Hintergrund ist die nachlassende Konjunktur in China, die sich auf die Kauffreude chinesischer Touristen auswirkt, die als wichtige Abnehmer von Luxusartikeln gelten. Zu LVMH gehören Modemarken wie Christian Dior, Fendi und Givenchy sowie der Uhrenhersteller Tag Heuer.

(atrie/dpa)