1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

Gesamtmetall warnt: Lohnerhöhung kann Arbeitsplätze kosten

Gesamtmetall warnt : Lohnerhöhung kann Arbeitsplätze kosten

Während die IG Metall Lohnforderungen um bis zu fünf Prozent mehr anstrebt, warnt der Arbeitgeberverband Gesamtmetall vor den Folgen. Eine Lohnerhöhung um fünf Prozent würde einen Stellenabbau nach sich ziehen, sagt Gesamtmetall-Vorsitzender Kannegießer. In Deutschland seien schon jetzt die Arbeitskosten vergleichsweise hoch, hinsichtlich der Produktivität leisteten andere Länder das Gleiche.

Martin Kannegiesser wirft der IG Metall vor, mit einem alten Ritual zu folgen und Forderungen aufzustellen, die für die Arbeitgeber nicht vorstellbar seien. Stattdessen hätte man vor den Lohnforderungen über neue Möglichkeiten reden müssen, wie der anhaltende Arbeitsplatzverlust aufzuhalten sei. Eine Stärkung der Binnennachfrage über höhere Löhne schloss Kannegiesser aus. Die höheren Kosten für die Unternehmen stünden in keinem annehmbaren Verhältnis zu den Effekten bei der Nachfrage.

Der Gesamtmetall-Vorsitzende hält harte Auseinandersetzungen in den anstehenden Tarifverhandlungen für möglich. "Offenbar gehen wir mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen in diese Tarifrunde", sagte Kannegiesser. Gerade in einer Phase, in der die Unternehmen sich neu orientierten und einen leichten Aufwind spüren würden, sei dies bedauerlich. Eine Bescheidenheit der Arbeitnehmer in den zurückliegenden Jahren sieht Kannegiesser nicht. In der Metallbranche seien die Löhne jedes Jahr deutlich erhöht worden.

Auch die deutschen Arbeitgeberverbände lehnen die von der IG Metall aufgestellte Forderungsempfehlung als beschäftigungsfeindlich ab. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte der "Berliner Zeitung" (Dienstagausgabe): "Sie gefährdet die ohnehin schwache Konjunktur und ist ein falsches Signal für den Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort Deutschland." Aufgabe der Tarifparteien sei mehr denn je der Erhalt von Wertschöpfung hier in Deutschland. Dazu brauche die Wirtschaft vor allem niedrigere Arbeitskosten. Wenn die Lohnsteigerungen über den Produktivitätszuwachs hinaus gehen, koste das Wertschöpfung und damit Arbeitsplätze.

(afp/RPO)