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Lob von Greenpeace: Adidas will bald auf Chemie verzichten

Greenpeace lobt "entscheidenden Schritt" : Adidas will bald auf Chemie verzichten

Nach heftiger Kritik der Umweltschutzorganisation Greenpeace hat Adidas versprochen, schneller als bislang geplant auf bestimmte gefährliche Chemikalien in der Produktion zu verzichten. Spätestens ab Ende 2017 werde Adidas in 99 Prozent seiner Produkte keine per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) mehr einsetzen.

Das teilte der Sportartikelhersteller in Herzogenaurach am Mittwoch mit. PFC machen Kleidung und Schuhe schmutz- und wasserabweisend, können laut Greenpeace aber das Immun- und das Fortpflanzungssystem schädigen. "Der Druck hat gewirkt - rechtzeitig zur Fußballweltmeisterschaft macht Adidas entscheidende Schritte nach vorn und übernimmt eine Führungsrolle in der Sportartikelbranche", lobte Chemie-Experte Manfred Santen von Greenpeace.

Adidas hatte sich gegenüber der Umweltorganisation schon vor drei Jahren zu einer giftfreien Produktion bis 2020 verpflichtet. "Bislang fehlten aber glaubwürdige Schritte auf dem Weg dorthin", erklärte Santen. Er forderte Nike und Puma auf, nun nachzuziehen. Adidas arbeitet zudem künftig mit der Firma Bluesign Technologies zusammen, wie das Unternehmen mitteilte. Die Zulieferer weltweit könnten auf die Datenbank der Firma zugreifen und Informationen über nachhaltige Chemikalien finden, die sie für Vorbehandlung, Färbung und Veredelung von Textilien einsetzen können. Die fertigen Materialien würden anschließend geprüft.

Bis Ende dieses Jahres will Adidas zudem die Abwasserdaten von 99 Prozent aller Lieferanten in China veröffentlichen, bis Ende Juni 2016 von 80 Prozent aller Lieferanten weltweit. Greenpeace erklärte, insbesondere China ringe mit einer gewaltigen Gewässerverschmutzung, an der auch die Textilindustrie schuld sei. Etwa die Hälfte der ländlichen Bevölkerung habe keinen Zugang zu Trinkwasser, das internationale Standards erfülle. Die Umweltschutzorganisation hatte zuletzt Mitte Mai die großen Markenhersteller Adidas, Nike und Puma gerügt, weil deren Trikots und Fußballschuhe immer noch giftige Chemikalien enthalten. Träger der Kleidungsstücke seien zwar nicht unmittelbar gefährdet, Einwohner der Produktionsländer aber schon. Die Firmen betonten, sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten. Greenpeace bemüht sich seit 2011 mit der Kampagne "Detox" darum, dass Firmen bis 2020 Kleidung und Schuhe giftfrei produzieren.

(DEU)