Mobilfunkmarkt in Bewegung Das Kulthandy Nokia 3210 kehrt zurück

Düsseldorf · Das Gerät galt früher als unverwüstlich. 150 Millionen Stück wurden verkauft. Jetzt kommt das Comeback. Aber mit einem echten Smartphone hat das Modell nichts zu tun.

Die 20 meistverkauften Handys aller Zeiten
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Die meistverkauften Handys aller Zeiten

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Foto: Pexels / Nerosable

Eines der Kultgeräte aus den frühen Zeiten des Mobilfunks kehrt in einer veränderten Variante zurück. Das Nokia 3210 soll als Neuinterpretation des Klassikers erneut auf den Markt kommen. Dies kündigte das finnische Unternehmen HMD (Human Mobile Devices) an. HMD entwickelt und vermarktet seit einigen Jahren Handys und Smartphones der Marke Nokia, während sich de Nokia-Konzern auf den Bau von Telekommunikationsnetzen konzentriert.

Das vor 25 Jahren erstmals auf den Markt gekommene 3210 war eines der am meisten verkauften Handys mit einer Stückzahl von rund 150 Millionen. Wie das Original soll das neue Modell eine Tastatur und einen relativ kleinen Bildschirm haben. Das frühere Modell galt als unverwüstlich.

Sicher ist, dass das neue Gerät im Gegensatz zum Vorbildgerät eine Kamera und einen LED-Blitz haben wird. Während früher das Übertragen von Nachrichten sehr langsam lief, ist nun sicher, dass die Funktechnik LTE und auch Bluetooth eingebaut werden. Und nachdem das Nokia 3210 sich von der Konkurrenz mit dem populären Bildschirmspiel Snake abhob, wird Snake nun ebenfalls integriert sein.

 Früher war das Nokia 3210 ein Bestseller - jetzt wird es wohl ein Nischenprodukt.

Früher war das Nokia 3210 ein Bestseller - jetzt wird es wohl ein Nischenprodukt.

Foto: Wikipedia Commons / Michael Brandtner

Der Verkaufsstart soll noch diesen Monat sein. Der Preis dürfte deutlich unter 100 Euro betragen. Vergleichbare Geräte von HMD wie das neu gestartete Feature-Phone Nokia 6310 inklusive FM-Radio kosten rund 70 Euro, manche Handys von HMD unter der Marke Nokia sogar nur 30 Euro. Diese Geräte sind aber nur für Telefonie brauchbar. Außerdem bietet HMD unter der Marke Nokia auch echte Smartphones an, die nur über das Display bedient werden und bei denen Apps frei installiert werden können. Hier können Kunden die einfachsten Geräte für 119 Euro kaufen, die teuersten Modelle kosten knapp 500 Euro.

Nokia war 2009 noch Weltmarktführer mit einem Anteil von fast 40 Prozent. Der Konzern war zeitweise wertvollster Konzern Europas mit einem Börsenwert von seinerzeit mehr als 200 Milliarden Euro. Vorstandschef Jorma Ollila galt als erfolgreichster Manager des Kontinents. Doch die Finnen schafften es nicht, beim Boom der Smartphones mitzuhalten, und rutschten ab 2012 beim Marktanteil weit unter die Zehn-Prozent Marke ab. Der einzige große deutsche Handyhersteller, Siemens-Mobile, wurde schon 2005 an den Wettbewerber BenQ aus Taiwan verkauft.

Der Neustart mit dem 3210 zeigt, wie sehr der Handymarkt gegenwärtig in Bewegung ist. Rein von der Stückzahl her ist die koreanische Samsung im ersten Quartal dieses Jahres zwar Weltmarktführer mit einem Marktanteil von etwa 20,8 Prozent. Der US-Konzern Apple folgt mit 17,3 Prozent, macht aber viel mehr Umsatz mit Smartphones wegen deutlich höherer Preise und hoher Umsätze mit dem Verkauf von Apps. Die extrem hohen Gewinne führen dazu, dass Apple mit einem Börsenwert von mehr als 2000 Milliarden Euro einer der drei wertvollsten Konzerne der Welt ist.

Die chinesische Huawei hatte zeitweise mehr als 15 Prozent Marktanteil; jetzt werden nicht einmal mehr zehn Prozent erreicht, auch weil Huawei politisch umstritten ist. Aktueller Hauptaufsteiger im Handymarkt ist Xiaomi (ebenfalls aus China, die aktuell auf einen Marktanteil von 14,1 Prozent kommt.

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