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WM hellt Stimmung auf: Konsumklima in Deutschland bleibt stabil

WM hellt Stimmung auf : Konsumklima in Deutschland bleibt stabil

Nürnberg (RPO). Die Diskussion um das Sparpaket der Regierung verunsichert die Verbraucher - die guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt sorgen aber gleichzeitig für Optimismus. Das Konsumklima bleibt damit stabil, wie die am Mittwoch veröffentlichte monatliche Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ergab. Die GfK machte eine "kleine Sonderkonjunktur" in einigen Branchen durch die Fußball-WM in Südafrika aus: So seien seit einigen Wochen deutlich mehr Flachbildfernseher gekauft worden als im Vorjahr.

Die Diskussionen um das Sparpaket lassen die Verbraucher laut GfK offenbar befürchten, dass die Politik die Konsolidierung der Haushalte wieder einmal zu ihren Lasten erreichen möchte. Hinzu kämen die Vorschläge zur Einführung der Kopfpauschale im Gesundheitswesen. Dies schlage sich im Juni auf die persönlichen Einkommensaussichten nieder: Der GfK-Teilindex wies ein Minus von 15,5 Punkten auf und liegt bei 8,2 Punkten. Allerdings liege er damit noch immer 11,5 Zähler über dem Vorjahresstand, betonte die GfK.

Laut der Umfrage unter rund 2000 Verbrauchern rechnen die Bürger zudem wegen der hohen Staatsverschuldung mit einer steigenden Inflation. Dies drücke ebenfalls auf den Indikator, hieß es in der Studie.

Die Konjunkturerwartung der Verbraucher hingegen verbesserte sich im Juni. Gründe seien die anhaltend positiven Meldungen vom Arbeitsmarkt und die sich verbessernde wirtschaftliche Entwicklung. Der Teilindex stieg hier um 1,6 Punkte und lag damit bei 5,5 Punkten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei dies ein Plus von gut 28 Punkten, erklärte die GfK.

Die Neigung zu größeren Anschaffungen nahm im Juni nach vier Rückgängen in Folge wieder zu und erreichte mit einer Zunahme von 12,3 Punkten 30,4 Punkte - den höchsten Wert seit September 2009. Grund für die gestiegene Kaufbereitschaft im Juni ist nach GfK-Angaben die Sonderkonjunktur in einzelnen Branchen, wie etwa bei Flachbildschirmen, zur Fußball-WM.

Der Gesamtindikator für das Konsumklima im Juli wird nach Einschätzung der GfK damit 3,5 Punkte erreichen und damit den Wert vom Juni. Das Konsumklima könne sich nun wieder stabilisieren. In den kommenden Monaten allerdings werde es vor allem davon abhängen, inwiefern die derzeit günstigen Rahmenbedingungen wieder an Bedeutung gewönnen. Notwendig sei, den Diskussionen um Staatsschulden und die Stabilität des Euro nun "Taten folgen" zu lassen, mahnte die GfK die Politik. Sie müsse zeigen, dass sie "gewillt und in der Lage" sei, das Heft des Handelns wieder zu übernehmen.

Hier geht es zur Infostrecke: Sparpaket: Hier wird der Rotstift angesetzt

(AFP/APn/top)