Kommentar zu Germania-Insolvenz: Keine Steuergelder für Germania-Rettung - und das ist gut so

Airline-Insolvenz : Keine Steuergelder für Germania-Rettung - und das ist gut so

Der Bund hat Germania keinen Übergangskredit bis zum Sommer spendiert - anders als bei Air Berlin vor zwei Jahren. Richtig so, meint unser Autor. Es ist nicht die Aufgabe des Steuerzahlers, für Management-Fehler gerade zu stehen.

Der Staat hat eine Sache richtig gemacht beim Krisenmanagement von Germania: Er hat dem Unternehmen keinen Übergangskredit bis zum Sommer spendiert. Es ist nicht Aufgabe des Steuerzahlers, für Management-Fehler geradezustehen. So wie in anderen Branchen ist eine weitere Konsolidierung auch in der europäischen Airline-Industrie nötig und unvermeidbar.

Und: Aus der Ausnahme Air Berlin darf nicht die Regel werden. 2017 mag es gerechtfertigt gewesen sein, eine Übergangshilfe zu geben, damit nicht Hunderttausende Bürger in der Ferienzeit stranden – ein Vorbild für Industriepolitik darf dies jedoch auf keinen Fall sein.

Gleichzeitig muss die Bundesregierung aber endlich auf europäischer Ebene eine Versicherungspflicht für einzelne Flugtickets durchsetzen, damit Passagiere bei einem Konkurs besser dastehen. Gerade weil noch viele Pleiten von Fluggesellschaften drohen, sollten Unternehmen das für Flüge eingenommene Geld gegen einen Konkurs versichern müssen.

Wichtig wäre allerdings, dass die dafür fällige Prämie je nach betroffener Firma einzeln berechnet wird. Sonst würden solide Unternehmen wie Lufthansa oder auch Easyjet nur angeschlagene Firmen indirekt subventionieren.

Was Passagiere zur Germania-Insolvenz wissen müssen, lesen Sie hier.

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