1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

Tarifeinigung im öffentlichen Dienst: Kommentar: Bittere Pillen

Tarifeinigung im öffentlichen Dienst : Kommentar: Bittere Pillen

Es ist ein doppelter Marathon, der nun beendet ist. Zunächst waren da die mehrwöchigen Streiks, unter denen das ganze Land leiden musste. Dann folgten Tarifgespräche, die für zwei Tage angesetzt waren und sich dann schier endlos in die Länge zogen – und nun doch zu einem Ergebnis geführt haben: 6,3 Prozent mehr Lohn, verteilt über einen Zeitraum von zwei Jahren.

Es ist ein doppelter Marathon, der nun beendet ist. Zunächst waren da die mehrwöchigen Streiks, unter denen das ganze Land leiden musste. Dann folgten Tarifgespräche, die für zwei Tage angesetzt waren und sich dann schier endlos in die Länge zogen — und nun doch zu einem Ergebnis geführt haben: 6,3 Prozent mehr Lohn, verteilt über einen Zeitraum von zwei Jahren.

Beide Seiten haben Federn lassen müssen: Die Arbeitgeber, weil sie nahezu das Doppelte dessen akzeptieren müssen, was sie erst nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden anzubieten bereit waren. Für viele Städte und Gemeinden, die von ihrer Schuldenlast erdrückt werden, wird es damit schwer werden, den Bürgern noch die gewohnten Leistungen anzubieten. Gebührenerhöhungen und Leistungsabbau dürften die Folge sein.

Aber auch Verdi musste Abstriche hinnehmen: So hatte Frank Bsirske zuletzt betont, dass 3,3 Prozent gerechnet aufs Jahr das Minimum dessen seien, was er akzeptieren könne. Und auch mit seiner Forderung nach einer sozialen Komponente, also 200 Euro mindestens mehr pro Monat, ist er gescheitert. Der Mitgliederzuwachs, den diese Versprechen bei Verdi ausgelöst haben, dürfte vorerst gestoppt sein.

(RP/rm)