Kommentar: Auch Uber trägt soziale Verantwortung

Kommentar zu Uber : Auch Uber trägt soziale Verantwortung

Aus Kundensicht lässt sich gegen Uber wenig sagen. Doch das Unternehmen wird seiner sozialen Verantwortung für seine Mitarbeiter nicht gerecht.

Aus Kundensicht spricht wenig gegen Uber: Der Service ist gut, die Verfügbarkeit in Düsseldorf hat sich verbessert, die Preise sind oft günstiger als geltende Taxi-Preise. Kein Wunder, dass Kunden die Fahrten nach Uber-Angaben im Schnitt mit 4,9 von fünf Sternen bewerten.

Dass Uber dennoch immer wieder in die Kritik gerät, liegt daher nicht am Kundenservice, sondern am Geschäftsmodell. Während Uber 25 Prozent Provision pro Fahrt kassiert, wird jegliche Verantwortung auf Subunternehmen abgewälzt. Arbeitsbedingungen? Gesetzestreue? Dafür sind die anderen zuständig.

Unternehmen haben eine soziale Verantwortung – und der wird Uber nicht gerecht. Das geltende Personenbeförderungsgesetz ist vielleicht in einzelnen Punkten antiquiert, aber solange die große Koalition an der Neufassung arbeitet, gilt es weiterhin. Punkt.

Uber will den schlechten Ruf loswerden. Verständlich. Aber momentan erweckt das US-Unternehmen wieder mal den Eindruck, dass es doch nichts dazu gelernt hat. Die Frage, die Uber durch sein Verhalten immer wieder aufwirft und noch nicht beantwortet hat, ist doch: Würde das Modell Uber momentan überhaupt funktionieren, wenn sich alle an geltendes Recht halten würden? Zweifel sind angebracht.

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